Archiv der ‘Abgehandelt’ Kategorie

Abgehandelt: Chakuza – Monster in mir

Auf seinem mittlerweile dritten Album “Monster in mir” serviert Ihnen Linzs Topexport Chakuza insgesamt 19 Anspielstationen, die den unvorbereiteten Hörer ob der bloßen Energie der beatlefieldschen Breitwandproduktionen unmittelbar in Schockstarre versetzen. Kraftvoll pulsierend unterstreichen besagte Geschosse den aggressiv eindringlichen, moderat asozialen Vortrag Chakuzas auf Stücken wie “Alarmsignal”, “Ich hör sie reden” und “Junglestadt”. Mit Gastbeiträgen von Sera Finale, Bizzy Montana, Nazar und Raf Camora avanciert “Monster in mir” zu einem Glanzlicht der Ersguterjunge-Ära!

Abgehandelt: Curse – 20Feuerwasser10 EP

Zehn Jahre nach seinem grandiosen Einstand im Langspielformat veröffentlicht Curse exklusiv über das Juice Magazin die “20Feuerwasser10″ Jubiläums-EP. Im Stile seines 2000er-Klassikers serviert Ihnen Mindens Feinster mit “20Sonnenwende10″, “Spucksprüche” und “Deine Strassen” drei staubtrockene Repräsentanten, die die übermütige Konkurrenz fernab von Westernhagen- und Silbermond-Chartausflügen auf zeitlosen Produktionen von Lord Scan und Busy in ihre Schranken verweisen, während “Opium” in alter Manier tiefer geht als das Niveau auf der letzten La Honda-Platte. Abgerundet durch ein historisch relevantes englischsprachiges 1993er-Demo wird “20Feuerwasser10″ zum Pflichtkauf für den traditionsbewussten HipHop-Kopf!

Wertung: 5/6

Abgehandelt: Negundo – No icecream for Frieda

Gleichwenn die Erkenntnis, dass Birte MC (”Scheiss auf Hip Hop”) männlich ist, mit zu den größten Überraschungen während der Rezeption von insgesamt 21 Anspielstationen zählt, legt Nachwuchsproduzent Negundo mit “No icecream for Frieda” dieser Tage eine durchaus ordentliche Veröffentlichung vor, die trotz erwartbarer Qualitätsschwankungen mehr Plus- als Minuspunkte sammelt. Neben den bereits ausreichend gewürdigten Herr von Grau (”Endpunkt”), wissen hierbei auch Künstler wie Choleriker (”Prince of Alcoholism”), Lars vom Dorf (”Pleite und blank”) und Vit-Armin B (”Selbstverständlich”) mit ihren Vokalbeiträgen auf mehrheitlich zurückgelehnten, leicht rückwärtsgewandten Produktionen zu überzeugen. Für das absolute Glanzlicht der Platte zeichnen jedoch MoNarch und DJ George Tunee mit dem grandios autobiographischen “14 Jahre” verantwortlich! Bliebe lediglich zu klären, warum Frieda kein Eis bekommt.

Wertung: 3,5/6

Abgehandelt: 11 Jahre Chimperator (Sampler)

Anlässlich des elfjährigen Jubiläums ließ man es im Hause Chimperator nicht nur auf Tour ordentlich krachen, sondern trommelte zugleich in Form von Maeckes, KAAS, Tua, Plan B, Kodimey und Vasee das gesamte Künstleraufgebot zusammen, um mit “11 Jahre Chimperator” einen Label-Sampler auf die Beine zu stellen. Darauf fabriziert die angehende Deutschrap-Avantgarde in verschiedensten Konstellationen zum Liveabriss prädestinierte Nummern wie “Bloody Orsons” (Die Orsons), Herzergreifendes wie “Um deinen Block” (Tua & Vasee) oder “Hilfe naht” (Maeckes & Vasee), sowie umfassende Rückblenden wie “Chimperator History” oder “Unterschied” (jeweils KAAS, Plan B, Kodimey & Maeckes). Musikalisch betreut von Tua, Maeckes, Wasilicious, Jens der andere Rapper, Kodimey & Budget, SuperSuper und Psaiko Dino brennt auf der vorliegenden Veröffentlichung in typischer Chimperator-Qualität auch auf Produktionsseite nichts an. Zugreifen!

Wertung: 4,5/6

Abgehandelt: KraftKlub – Adonis Maximus

Bleibt für KraftKlub nur zu hoffen, dass sich eine Handvoll Jugendlicher finden lässt, die auf diese Kombination von Hives für Arme und Provinz-Sido gewartet haben.

So bescheiden das Fazit des Werbetextes ist, so euphorisch dürfte die Reaktion des Publikums ausfallen, wenn Nummern wie “Scheissindiedisko” oder “Zu jung” aus den Boxen preschen, um sich umgehend im Gehörgang der Rezipienten festzusetzen. So steht der KraftKlub mit seiner EP “Adonis Maximus” für schmissige Produktionen, die das Beste aus den Genres Indie, Electro und HipHop vereinen. Hinzu kommt ein erfrischender Humor, der Stücke wie “Randale” oder “Schlagerstars” zu wahrhaften Höhepunkten der aktuellen Spielzeit macht. Dabei liegt der Schwerpunkt offensichtlich nicht auf ausgefeilten Flüssen oder Doppelzeit-Abfahrten, sondern vielmehr auf einer unbedingten Live-Tauglichkeit der einzelnen Stücke. Gleichwenn ich mich bis dato leider noch nicht persönlich von letzterem überzeugen konnte, konstatiere ich mutig, dass dieses Ziel mit Bravour erreicht wurde. Großartig!

Wertung: 5/6

Die vollständige EP können Sie sich im Übrigen hier zu Gemüte führen!

Abgehandelt: Jeroma – Enfant terrible

Mit dem Konzeptalbum “Enfant terrible” gibt Hamburgs Jeroma dieser Tage über Kluft Zero seinen Einstand im Albumformat. Von SupaFunk musikalisch betreut, rappt sich Jeroma mit Reibeisenorgan und der Unterstützung von Mach One, Bulaz, CPP und Filiz durch eine fünf Akte umfassende Tragödie mit 19 thematisch organisierten Anspielstationen. Angefangen bei seiner frühen Sozialisation entblättert der Protagonist seinen Lebensweg mitsamt Höhen und Tiefen und schreitet zielstrebig dem vorläufigen Endpunkt entgegen. Unglaublich fesselnd und unbedingt empfehlenswert. Setzen Sie den Künstler auf Ihren Radar!

Wertung: 4,5/6

Abgehandelt: CZES – Pur (Goldstücke)

Mit “Pur (Goldstücke)” veröffentlicht Mühlheims CZES – eine Hälfte von Projekt Prototyp – dieser Tage sein neues Mixtape. Auf erdigen Produktionen von Ill-Luzion, Drumatic, Brandino, Tobellus, Patrz und Fab Rider werden dem Konsumenten solide Verse zwischen klassischen Repräsentanten und persönlicheren Tönen geboten. Dabei vermag der Künstler auf ansehnliche Rap-Fertigkeiten zurückzugreifen, mit denen er die knapp 45-minütige Solo-Veranstaltung problemlos meistert. Mit einem souveränen DJ Upset am Mischpult hat “Pur (Goldstücke)” durchaus Ihre Aufmerksamkeit verdient, zumal Sie sich das Werk in einer kostenfreien Online-Version hier auf Ihre Festplatte kopieren dürfen. Greifen Sie zu!

Wertung: 4/6

Abgehandelt: Psytology – Psytausendnine

Über das Lüdenscheider Label 58Muzik erschien jüngst mit “Psytausendnine” das Debüt von Psytology, einem multilingualen Zusammenschluss von Mitgliedern des X-Men Klan, der Air-Morden-Klikk, Godz Army, The Vultures, Snuff Pros Lun und Profan78. In verschiedensten Kombinationen frönen die MCs dem mit okzidentaler Kampf-Symbolik geschwängerten Battle-Rap und hinterlassen mit Nummern wie “Achse des Bösen”, “M8″, “True understanding cipher” oder “Bestien aus den Bergen” einen bleibenden Eindruck. Dabei wissen vor allem Gory Gore und der Bad Buddha aus der schieren Masse beteiligter Künstler herauszustechen. Während Gory Gore auf einen wütend-aggressiven Vortragsstil setzt, weiß Bad Buddha mit in sich ruhendem, bedrohlichem Organ eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Angesichts der zahlreich beteiligten Künstler überrascht das Album in der Gesamtschau mit einem homogenen, in sich schlüssigen Erscheinungsbild sowie mit einer durchgehend hohen Qualität der Verbalbeiträge. Nicht unwesentlich zum positiven Gesamteindruck tragen weiterhin die vollschlanken Produktionen von Instrumental-Künstlern aus den eigenen Reihen bei. So darf ich Ihnen an dieser Stelle guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen!

Wertung: 5/6

Abgehandelt: Mieze Medusa & Tenderboy – Tauwetter

Ob Slam Poetry, Spoken Word, Literatur oder HipHop-Musik – in all diesen Domänen fühlt sich Österreichs Mieze Medusa heimisch. Mit “Tauwetter” macht sich die Künstlerin nun auf, ihre Reputation in der deutschsprachigen HipHop-Szene weiter auszubauen. Dabei kann sie auf die qualitativ hochwertigen Produktionen Tenderboys zurückgreifen, die Miezes Ausführungen druckvoll aus den Boxen polternd untermalen. Raptechnisch durchaus passabel liefert Fräulein Medusa inhaltlich schwere Kost, beschäftigt sich zum Beispiel auf “Aus Prinzip paranoid” mit der fortschreitenden Überwachung menschlicher Lebensräume. Dabei lässt sich das Album stilistisch am besten in die Kategorie “gerappte Literatur” einordnen. Höhepunkte bietet “Tauwetter” in Form der Stücke “Ich bin Fan”, “Brackwasser” und der ungewöhnlichen Produktion von “Angst fressen Seele auf”, welche fast ausschließlich aus eingesungenen Versatzstücken Didi Bruckmayrs besteht. Alles in allem besticht Mieze Medusa auf “Tauwetter” durch eine eigenständige Herangehensweise an die Materie HipHop, womit sie gleichzeitig den durchschnittlich engstirnigen HipHop-Kopf als potentielle Zielgruppe eliminiert.

Wertung: 4/6

Abgehandelt: La Connexion

Man stelle sich den organisatorischen Kraftakt vor, Künstler wie Kool Savas, Curse, Olli Banjo, Marteria, Chakuza, Baba Saad, Laas Unltd., Morlockk Dilemma, Jeyz, Jonesmann, Brixx, Massiv und Azad mit exklusiven Beiträgen auf einem Sampler zu vereinigen. Addieren Sie zu diesem Aufgebot zusätzlich französische Superhelden wie Akhenaton, Freeman, Alibi Montana, Rim-k, Tunisiano und Leeroy, so erhalten Sie einen Teil des Aufgebots des Samplers “La Connexion”, welcher vom kleinen und sympathischen süddeutschen Label Bodensee Records realisiert wurde. Entsprechend der Diversität der vertretenen Künstler ist das Themenspektrum reichhaltig und reicht von Sozialkritik (”Yes we can’t” von Curse und Akhenaton oder “Soldats perdus” von Tone und Rocca) über klassische Repräsentanten (”Pour toujours” von Kool Savas und Savant des Rimes) bis hin zu handelsüblichen “Steh auf”-Nummern (”Phoenix” von Jeyz und Freeman). Gleichwenn die verbale Umsetzung künstlergebunden variiert, kann der Großteil der Nummern nicht zuletzt dank durchweg vollschlanken “Stand der Kunst”-Produktionen von Melbeatz, Milan Martelli, Sti, Dead Rabbit, Beatlefield, Benny Blanco, J. Bream & Screwaholic, Duktusbeats, Purple Haze Team, Thaison, Sonar und Undercover Molotov überzeugen. Im Preis inbegriffen sind zudem eine Bonus-CD mit allen Instrumentalen, ein Booklet mit bidirektionalen Übersetzungen sowie eine Bonus-DVD mit interessantem “Making of”. Somit ist “La Connexion” uneingeschränkt empfehlenswert und bietet einen angemessenen Gegenwert für die finanzielle Investition!

Wertung: 4,5/6

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