SchwänzenGäng Blog
Archiv der ‘Alibi Kolumne’ Kategorie
Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten – „Von Spinnenmännern und Vogeljungen – Ick bin ein Burrliner!“
Top 10 der geisteskrankesten Cam`ron-Lines x PT.7

“Let my muscles show, cause i´m like Russell Crowe”
Yeah right, next thing you tell us is that Juelz is a wrestler!
Top 10 der geisteskrankesten Cam`ron-Lines x PT.6

“Ra-ra, na-na, ha-ha, la-la, mama I keep that blam blam”
So being retarded really is not so bad !
(Danke an Blog-Leser Philipp)
Top 10 der geisteskrankesten Cam`ron-Lines x PT.4

“Yellow diamonds in my ear, call ´em lemonheads!”
Hey vassap, you freches Früchtchen. ja?
Top 10 der geisteskrankesten Cam`ron-Lines x PT.3

“Fuck Tiger Woods, there´s tigers in the hood!”
Well, i don´t really see a connection there, Goonther!
Top 10 der geisteskrankesten Cam`ron-Lines x PT.1

“I`m the shit-call me Pepe Le PooPoo”
Aaargh..come on! That don´t make no goddam sense, Cam!
„Von Liebhabern und Luftikussen – Fantastic Vol. 2 (R.I.P. Baatin)!“
1.Frauenfeld 2009 – Backstagebericht!
Mein unermesslicher Reichtum ermöglicht es mir, weite Strecken per Helikopter zurücklegen zu können. Ein Privatjet kommt hingegen nicht in Frage, immerhin bin ich ein umweltbewusster Mensch. Jedenfalls war es mir so möglich, zwischen den parallel stattfindenden Festivals Splash und Frauenfeld hin und her zu wechseln. Im Backstage-Bereich ereigneten sich dann auch einige interessante Vorfälle. Aber lest selbst:
Da The Game schon am Freitag auftrat, sein Buddy Luda allerdings erst am Sonntag, beschloss er spontan noch zwei Tage zu bleiben und den Samstag in Ruhe über die Bühne zu bringen. Sprich: mit seinen Jungs Henny und Kush. Als seine Chucks Samstagmorgen den Marmorboden des diamantbesetzten Vip-Vorzelts berühren, traut er seinen Augen nicht. An der Frischobst-Bar steht niemand Geringeres als sein Erzfeind Cürbis Cekzun aka Boo Boo! Dieser schiebt sich gerade genüsslich eine ganze, ungeschälte Ananas in den Mundraum (so ein Quatsch eigentlich…wer würde sowas schon machen?) und Game will sich gerade wieder herausschleichen. Doch da hat Cürbis ihn schon gesehen und wankt auf ihn zu.
Cürbis: Yo, what the f*ck are u doin here? Maaan, you got some nerves!
Game: I was performin yesterday. But it ain`t your fu*ckin business anyways!
Cürbis: Hell yeah, it is. We got some issues, Game. That whole G-Unot Talk…that…hurt me!
Game (guckt ungläubig): That hurt you? Like…emotionally?
Cürbis (traurig): Yeah! That was some nasty sh*t you said. I mean we were like brothers…
Game: Naw, more like cousins. Why did you kick me out anyways?
Cürbis: Lloyd and Tony…they…i´m basically their dad. I buy them toys, girls, drugs and all that. They were jealous. They thought that I love you more than them…
Game (irritiert): I see..well..i don`t know bout love and all that sh*t but we definitely had a great time. Let`s get back to the studio and do some music!
Cürbis: Oh, you mean like Patrick and Anis?
Game: What the f*ck are you talkin about? I don´t even speak no goddamn French, Curtis!
Cürbis: I`m just tryin to understand. So you mean like Basstard and Massiv?
Game: What the f*ck is it with you? Stop talkin that gay French sh*t to me. Yo, you tryin to be funny? Wanna go back to war with me?
Cürbis: Chill the f*ck out. You need to control your temper, Game. Anyways, you mean like..like..Massiv and Manuellsen?
The Game läuft rot an vor Wut (immerhin ist er ein Crip), dreht sich um und last den verdutzt dreinschauenden Cürbis Cekzun einfach stehen. Chance verpasst!
2.Ektion Cekzun kommt wieder auf die Sachen!
Eko Fresh muss irgendwann mal, vielleicht im Vollsuff, einen Deal mit dem Teufel gemacht haben. Nach dem Motto: Hey, wir haben noch einen Platz in der Themen-Geisterbahn „Einmal Rapstar und nicht zurück, sondern direkt durch die Hölle und dann zum Promidinner“. Unterschreiben sie bitte hier, Herr Fresh. Das hat er dann wohl auch getan, der Rest ist Geschichte. Ich muss ja zugeben, dass ich Freezys wilde Anfangszeit etwas verschlafen hatte. 2001 liefen bei mir immer noch D.I.T.C. und CNN in Dauerrotation und von Deutschrap wollte ich erst einmal nichts weiter wissen. Das änderte sich dann erst wieder mit dem Klassiker „Leben“. Richtig wahrgenommen und gefeiert habe ich Eko erst, als er mit seiner „König von Deutschland“-EP um die Ecke kam. Überraschenderweise, denn auch die passte eigentlich nicht in meine Playlist und die meisten meiner Freunde rümpften verächtlich die Nase ob seiner arroganten Selbstverliebtheiten. Ich betrachtete es einfach nur unter dem Aspekt der Innovation und der Freshness. Dasselbe gilt auch für die „Bitte Spitte“-Styles und „Renexekution“. Großes Kino war das! Und sowas hatte es vorher eben wirklich noch nicht gegeben in Wurstland. Die nachfolgende Phase habe ich dann wieder komplett ignoriert, als 2Pac und ersguterjunge-Nichtfan irgendwie nicht schwer, nur um in den letzten Tagen und Wochen wieder hellhörig zu werden. Comeback-Single mit Monroe-Beat? Bitte Spitte Neuauflage? Back to the roots? Klingt alles recht vielversprechend. Ich werde allerdings erst das Gesamtpaket abwarten, alles andere ist mir zu bruchstückhaft und aus dem (hoffentlich existierenden) Zusammenhang gerissen. Das hiphop.de Homecoming-Special fand ich zumindest schon mal sehr unterhaltsam und auch menschlich super!
3.Der Imperator schlägt zurück!
Und er kann es immer noch. Diese Aufregung verbreiten, Ungeduld, Nervosität. Die gesamte Blogosphäre tippt sich die Fingerkuppen wund (ich natürlich nicht, denn ich trage beim Tippen die Diamanthandschuhe von MJ!) und jeder andere Rapper macht sich so seine Gedanken um die eigene Zukunft. Hip Hop ist schon eine lustige Jugendkultur, in der ein vierzigjähriger Multimillionär Jahr für Jahr die mit Abstand größte Aufmerksamkeit für sich verbuchen kann. Oder wird Hip Hop einfach nur erwachsen? Immerhin redet ja auch Joe Camel nicht mehr (nur) über Champagner und Bentleys, sondern auch mal über Vertragsabschlüsse und Lizenzvergaben. Erwachsene Styles halt. Aber weil er der Jiggameister ist, hat er meistens ein auch ein sehr gutes Gespür für Beats. Außer bei Blueprint 2.1.3344987, da war das Ohr van Gogh und der olle Zottelbär Lenny Kravitz durfte mitmachen. Passiert. Dieses Mal hat er sich wieder Kanye geschnappt und gleich noch dessen Mentor No I.D. Da will jemand auf Nummer sicher gehen. Was den Produzenten von D.O.A. angeht, so zitiere ich an dieser Stelle gerne noch einmal Elliott Wilson: „If you’ve never heard Accept Your Own and Be Yourself a.k.a. The Original Black Album—you are not hip-hop.“ Die Nachfolge-Single mit der talentfreien Blauäugigkeit und Yeezy war dann leider total lahmer Standardbrei. Aber da ich bisher vor jedem Jigga-Album der Neuzeit rumgejammert habe und letzten Endes doch immer zufrieden gestellt wurde, vertraue ich jetzt einfach blind auf die Chicagoer Tastenvirtuosen. Der Rest kommt eh von alleine, Brooklyns Alterspräsident sei Dank. 40/40!
4.HAAALT DIE FRESSE!
Es ist mir, gelinde gesagt, ein völliges Rätsel, was die Ex-Aggro-Macher mit ihrer heiteren Streetvideo-Reihe erreichen wollen. Wohin soll das führen? Und vor allem: Kann man damit Geld verdienen? Rentiert sich sowas? So richtig klar ist das alles nicht, auch nicht wer eigentlich genau dahinter steckt und welches Ziel damit verfolgt wird. Klar ist nur, dass die Macher der „Halt die Fresse“-Videos selbige in extrem kurzen Abständen rausballern. Sehr inflationär, sehr austauschbar. In 90% dieser Videos sieht man einen Protagonisten, der einen Track von seinem aktuellen Album rappt und dabei von einer Gruppe gewaltbereiter, grimmig dreinschauender Männer begleitet wird. Die dürfen dann auch mal was mitrappen oder Drohgebärden in die Kamera schleudern. Huiiii. Scary Movie nennt man sowas wohl. Die meisten der HDF-Rapper können auch gar nicht rappen, bis auf einige Ausnahmen, was aber scheinbar so gewollt ist. Denn die Auswahl beschränkt sich doch meistens eher auf sog. Streetrapper. Lustig anzuschauen ist es allemal, vor allem wegen des Easter Eggs in Form von Deso Dogg, der in jedem zweiten Video auftaucht. Verdient er damit Geld? Kann ich ihn auch mal mieten, bspw. für ein Uni-Werbevideo? HALT DIE…!
5.How high? Luft…pistole!
Method Man wirkte auf mich bisher ungefähr so bedrohlich wie F.R. Ich glaube ich würde sogar eine Drohung von Rick Ross, mir seine gefährlichsten Homies vorbei zu schicken, als beängstigender empfinden als den guten alten Onkel Mef. Bis jetzt! Denn Redmans Langzeitkumpan soll angeblich ein Group..äh einen weiblichen Fan mit einer Luftpistole beschossen haben. Grund? Sie wartete vor dem Tourbus auf ihn und wollte fi…äh ein Autogramm haben. Ob das wirklich stimmt, ist noch nicht hundertprozentig geklärt, aber so wie es aussieht, scheint es keine totale Ente zu sein. Warum er das gemacht hat, erfahren wir hoffentlich noch. Dürfte sicher auch die europäischen Booker interessieren, die wegen seiner Vorliebe für spontane Heimat-BBQs sowieso schon total Bock auf ihn haben. FAIL!
6.To Leave and Return in NYC!
Dieser Punkt vereint jetzt in gewisser Hinsicht den zweiten (Eko) und den achten (Diddy) durch eine glanzvolle, rhetorische Meisterleistung: durch die schiere Erwähnung dieser Verbindung, ha! Es geht natürlich um Rücktritte und deren temporäre Aufhebung. Und um Harlem. Kommt man als Rapper aus diesem Viertel und war man mal bei Bad Boy gesignt, so scheint man prädestiniert für eine Flucht in religiöse Gefilde zu sein. Den Trend begonnen hat Ma$e, der nach seinem Harlem World-Debakel nach Atlanta zog und sich dort als Pastor Betha niederließ. Zusammen mit seiner Frau gründete er ein eigenes Pfarramt und predigte, ganz im Stil großer US-amerikanischer Fernsehgeistlicher, den finanziellen Erfolg mithilfe Gottes. Total authentisch und alltäglich also. In den US of A stehen Glaube und Geld auch wesentlich weniger im Widerspruch als anderswo, deshalb scheinen die Leute ihm zu glauben und finanzieren seinen Arsch bereitwillig. Ein erstes Comeback wagte er wieder an Diddys Seite, inklusive netter Single und schlechtem, erfolglosen Album. Das zweite Intermezzo hatte er dann als Fast-G-Unit-Neuzugang und Window Shopper und nun folgt wohl der dritte Versuch ins Rampenlicht zurück zu kehren. Angeblich hat er wieder mit seinem alten Förderer Diddy einen dicken Deal ausgehandelt. Der hatte ja nach Masons Weggang einen anderen Harlemesen als slicktalkenden Ersatzmann aufzubauen versucht. Das war Loon, auch wenn es genauso gut Loso hätte sein können. Loons Karriere lief ja dann auch eher mäßig bis gar nicht und so verschwand er dann eines schönen Tages, ohne das davon jemand Notiz genommen hätte. Jetzt tauchte ein Interview auf, indem man ihn über seine Konvertierung zum Islam und seine Rap-Vergangenheit reden hören kann. Sehr interessanter Zufall. Ob es noch mal zu einem finalen Showdown der „Ich war mal ne mittelschwere, gelangweilt rappende Nummer in Harlem, habe es dann aber verkackt und wurde religiös“-Showtanztruppe kommt, ist leider nicht bekannt!
7.And f*ck Warner Music Group – you wiggers just suck!
Dieses abgewandelte N.O.R.E.-Zitat bietet einen unglaublich guten Einstieg für meine nachfolgende Schimpftirade gegen eine der größten Plattenfirmen der Welt. Nicht das es diese Wochenendgolfer in der Urban-Abteilung aus den rückenschonenden Ledersesseln schleudern würde, aber gesagt werden muss es trotzdem. Ihr lutscht ganz gewaltig, liebe Leute. Wie kann man eines der größten Talente des aktuellen Rap-Geschehens an der Angel haben und dann plötzlich wieder zurück in die kalten Gewässer von Pittsburgh werfen? Betrachten wir das ganze doch mal nüchtern und objektiv. Wiz Khalifa erarbeitet sich innerhalb weniger Jahre einen landesweiten Hype, veröffentlicht innovative Mixtapes ohne die Hörer dabei mit Material zu überfluten, landet mit „Say Yeah“ einen kleinen Sommerhit, (den Siggi und ich während unserer letztjährigen Ungarn-Übernahme außerordentlich gefeiert haben) und schafft es trotz gewisser Parallelen zu Wayne, sprich Unterernährung, Drogenkonsum und Tattoo-Wahn, Interesse an seiner eigenen Person zu generieren. Einen sicheren Beat-Geschmack und ein fähiges Managementteam hatte er ebenfalls im Gepäck, als ihn die Warner-Würste unter ihre Fittiche nahmen. Und was ist daraus geworden? Niiiirchts. Zum tausendsten Mal in der Geschichte des gerappten Wortes, wird ein junger Künstler rausgeworfen, bevor er überhaupt etwas veröffentlichen
konnte. So bekämpft man die sinkenden Absatzzahlen sicher nicht, ihr Nullen!
8.Nein, tust du nicht!
Erst kürzlich ließ die Diddymaus via Twitter verkünden, sie würde Hip Hop über alles lieben. Und zwar ganz ernsthaft und wirklich und total. Natürlich darf jeder seine Meinung kund tun, allerdings wirft diese eine Reihe von Fragen auf. Wenn Diddymaus Hip Hop so liebt:
Warum hat er Jadakiss damals nicht den „It`s All about the Benjamins“-Beat alleine zerstören lassen? Warum hat er überhaupt angefangen zu rappen? Warum hat er Dutzende junge Rapper über die Bad Boy-Karriereklinge springen lassen? Warum hat er politische Acts wie Dead Prez nie gesignt und vernünftig gepusht, wenn er sie doch so gefeiert hat? Warum hat er sich in jedes Video seiner Künstler gezwängt und sie dafür bezahlen lassen? Warum hat er bei „Making the Band“ nicht einen einzigen richtigen Künstler entdeckt? Warum wurde Übertalent Shyne nicht auch von Johnnie Cochrane vertreten und rausgeboxt? Warum twittert er nur pseudo-esoterischen Motivationsunfug? Warum verhilft er Ma$e jedes Mal aufs Neue zu irrelevanten Kurz-Comebacks? Warum gibt er nicht einfach zu, dass er schwul ist und stärkt der Gay-Hip Hop-Szene damit den Rücken? Und warum…nur für den Kick, für den Augenblick? Hip Hop liebt dich jedenfalls nicht. Basta!
9.Party Report #4: I Love College!
Am Thirsty Thursday war Donni in der Stadt, um seinen alten Freund Diddi zu besuchen und natürlich auch um mich, seinen treuen Capo, zu sehen So trafen wir uns abends in Diddis Studenten-WG zum Vorglühen. Außerdem anwesend waren: Linus (der Profi), den einige vielleicht als Demo des Monats-Interpreten aus der Juice kennen dürften, sowie ein ziemlich großer Köpenicker, Atze Thomas der stille Killer, ein verletzter Footballspieler, der Gastgeber, der am Wochenende Kapitän eines Kriminellen-Fußballteams ist (samt weiblicher Begleitung) und ein Fliesenleger mit Stahlbeton-Armen. Sah also alles sehr vielversprechend aus. Zufällig war an diesem Abend wieder großer Studentenabriss im berüchtigten TV-Club. Angekommen mussten wir sagenhafte 30 Minuten anstehen bevor wir rein gelassen wurden. Für den Köpenicker ein kleines Highlight, immerhin verließ er den Club beim letzten Mal unfreiwillig und mit Armen auf dem Rücken. Und das alles nur, weil er sich selber Wechselgeld geben wollte, um Zeit zu sparen. Drinnen war es heiß, voll und feucht (eine Steilvorlage für jeden Pornorapper!). Aufgelegt wurde alles was trashig und scheiße ist, sprich Tag Team, Backstreet Boys und MGMT. Ach ne, die sind ja eigentlich nicht scheiße, aber markierten eben nur die Ausnahme. Bier und Schnaps gab es für 1,50€ (!!!), ein echter Standortvorteil, und so verzogen wir uns alsbald alle in den Outdoor-Bereich, um in halbwegs erträglicher Atmosphäre zu trinken. Einzig Linus war übermotiviert und vom Dancefloor nicht mehr wegzubekommen. Das zahlte sich wohl aus, denn zwischenzeitlich wurde er (laut eigener Aussage) von drei Frauen gleichzeitig belagert und musste fliehen. Den Garten des Clubs haben wir dann eigentlich nur noch aus Nachschubzwecken verlassen, ansonsten wurde über Politik und Rap geredet und ab und zu gepöbelt. Thomas wurde dann noch von einer besoffenen, aufdringlichen Ollen belästigt, der ich sogleich den zärtlichen Kosenamen „Syphilis-Schleuder“ verpasste. Fand sie nicht so gut, aber auch nicht so schlecht. Passte halt einfach, das musste sie sich dann selber eingestehen. Als das erste Handgemenge ausbrach, verließen wir die Absturzstelle und ließen uns per Taxi evakuieren. Lief!
10.Was macht eigentlich..!
Kenna? Wer jetzt nicht weiß wer gemeint ist, sollte sich schleunigst eine lila Bandana um die recht Faust wickeln und sich selber mit einem gezielten Schlag die Nase crunchy hauen. Also wirklich jetzt, liebe Leute, den muss man auf dem Radar haben. Genauso wie Colin Munroe, der auch noch explodieren muss. Aber zurück zu Kenna. Außer seinem wunderbaren Freedownload-Album „Make sure they see my face“ kenne ich nichts von ihm, also weder älteres noch neueres Material. Nur dieses eine Album, über welches ich ja schon letztes Jahr gesprochen hatte und das mich bis heute fast täglich begleitet. Seine Musik ist, ähnlich wie die von Colin Munroe, ziemlich universell und freigeistig angelegt und kann daher kaum in gängige Kategorien gepresst werden. Kann ein Vorteil sein, aber für Vermarktungszwecke wohl eher ein Makel und daher für Plattenfirmen unattraktiv. Eigentlich schade, denn mit exzellenten Co-Produktionen von Chad Hugo und einigen Kumpels in der Unterhaltungsindustrie standen die Zeichen doch eigentlich auf Sieg. Seit dem 2007er Album ist jedenfalls nichts mehr erschienen und auch sonst ist er nicht weiter in Erscheinung getreten. Change, please!

In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und mal wieder praktische Handwerkertipps von einem echten Mann geben…so wie Kanye Schlumpf! HeeeyVassapGäng , Bitches!
PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!
PPS: Joe Budden hat gestern von Raekwons Entourage eine geballert bekommen. Karma, jemand?
PPPS: Gebt euch endlich mal Nate57!
Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de

Alibi Spezialkolumne – Die 10 unfickbaren Splash!fakten – „Von norwegischen Weckern und frittierten Mutanten – Niiice, i like Splash!“
Am Donnerstag holte mich Donni in Leipzig ab und wir fuhren, nachdem ich mich ebenfalls mit einer Palette 5,0er Bier eingedeckt hatte, in Richtung Ferropolis. Am Ziel angekommen, stellten wir den lilafarbenen Gallardo auf dem Normalo-Parkplatz ab, stiegen aus und plötzlich wurde mir bewusst, dass wir drauf und dran waren ein Hip Hop Festival zu besuchen. Klar, das wir mir schon vorher bewusst, aber als ich dann die ganzen Baggy Pants tragenden, besoffenen Halbstarken sah, stellte ich zu meiner eigenen Verwunderung fest, wie wenig ich mich mit ihnen identifizieren konnte. Aber da war ich auch noch nüchtern. Nachdem wir unsere Bändchen hatten, begrüßten wir Julian und Ben vom Splash!Mag und machten uns dann vollbepackt auf in Richtung VIP-Campingplatz. Vor lauter Langeweile fuhren wir erst einmal mit dem falschen Bus zum großen Campingplatz und dann gleich wieder zurück. Welch Spaß. Einige Minuten später hatten wir den Acker gefunden und Donni verfiel sogleich in Klagelieder, in denen es zum größten Teil um Chemnitz und mangelnde Sicherheit ging. Sogleich malten wir uns aus, wie Räuber des Nachts aus dem Wald kommen und unser wertvolles Gepäck per Gleisverkehr in ferne Welten transferieren würden. Aber nach dem ersten Bier in den Campingstühlen seiner Oma (Grüße!) war alles wieder in Ordnung und wir sondierten die Lage. Nachdem wir DJ Shustas Caravan entdeckt hatten, bauten wir unsere Zelte in Sichtweite auf. Schließlich kann es nie schaden, wenn man einen Phlatliner um die Ecke hat. Später trafen noch Billy aka Dr. Motte und der Lange ein, von Donni mit einem beherzten Motorhauben-Sprung begrüßt, und es stellte sich Festivalatmosphäre ein. Dazu trugen auch die zwei nordischen „Ladies“ neben uns bei, von denen die eine eigentlich lieber aufs Wackern und die andere auf Teufel komm raus flirten wollte. Super, die männlichsten Festivalbesucherinnen, im Übrigen passionierte Biertrinkerinnen, zelteten neben uns!
2. Das erste Mal-der erste Abend Pt.2!
Gegen zehn machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum K.I.Z. Gig. Die Idee mit dem Bus in der Halle fand ich ja schon mal sehr witzig. So leicht lassen sich die Ämter also linken. Da war natürlich die Hölle los und ein Reinkommen schien unmöglich. Aber Billy motivierte uns mit „Dreistigkeit gewinnt“-Sprüchen und so quetschten wir uns einfach in die Halle rein. Die Show der vier Berliner war spitze, das nachfolgende DJ-Set auch. Trash halt. Nach Smalltalk mit Krasscore-Martl ging es dann wieder raus in die Nacht und auf den großen Zeltplatz. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einer Gruppe motivierter Hamburger, alle in Jogginghosen und St. Pauli-Shirts. Nachdem uns der Wortführer stolz seine tätowierten Fäuste präsentiert und uns von seiner 187 Bande-Assoziation unterrichtet hatte, war das Nötigste geklärt und Donni führte mit ihm ein fünf minütiges Fachgespräch über die großartigen Rattos Locos. Später sahen wir, dass ungefähr zehntausend Zelte mit einem 187 Schriftzug versehen waren. Wer das wohl war? Vor dem Wok-Stand zettelten wir ein Freestylebattle an, um es nach einer Minute wieder aufzulösen. Einer der Hänger hatte tatsächlich „Ich step ans Mic“ gerappt. Im Jahr 2009 ein klares No-go! An der Fressmeile erklärte ich einem Interessierten noch fix die Kunst des Schutzgelderpressens und er ließ uns spontan an seinem selbstgemischten Becherinhalt teilhaben. Irgendwann fing es leider zu an zu regnen und wir flüchteten unter das große Zelt neben dem „Supermarkt“. Da nervten uns dann u.a. ein Erfurter, den ich beim allerallerbesten Willen nicht verstand, und ein Bielefelder, der großkotzig damit protzte, dass Casper ihn im Club bedienen und seit neuestem auch noch einen auf Gangster machen würde. Toy halt! Viel mehr passierte an dem ersten Abend nicht mehr. Zum Glück!
3.Wii Ei Pi!
Donni und ich waren glücklicherweise im Besitz der magischen, schwarzen Bänder, welche uns u.a. zum Aufenthalt auf dem VIP-Campingplatz berechtigten. Das wir für ebendiese nichts bezahlen mussten, war in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass ich Splash!Mag Chef Julian Gupta androhte, Method Man zu einer BBQ-Party nach Staten Island einzuladen, falls wir jene Bändchen nicht erhalten sollten. Er leitete dies dann an Splash!-Organisator Mirko weiter und –schwuppsdiwupps- innerhalb von 24 Stunden brachte mir ein verängstigter und durchgeschwitzter UPS-Fahrer die erpresste Beute. Perfekt! VIP klingt natürlich immer nach Champagner und Limousine (und so hätte es auch sein können, wenn wir gewollt hätten) aber im Endeffekt hatte es genau drei Vorteile: eigene Toiletten und Duschen, der separate Eingang, sowie das fabulöse VIP-Tanz-und Gesellschaftszelt. Ich habe es wirklich sehr genossen, mittags in Ruhe die gemischten und sauberen Duschen aufzusuchen, ohne dabei in Ausscheidungen waten zu müssen. Ach ja, das Klopapier war auch nie alle und die Toiletten wurden ständig gesäubert. Danke, liebe Hygienemanager! Der VIP-Eingang ermöglichte schnelles Betreten mit eigenen Bierdosen und war damit bestens für uns broke Assi-Ossis geeignet. Der dritte und letzte Vorteil war allerdings der größte. Am Samstag legten ja die Phlatliner und Craft im VIP-Zelt auf und die halbe Gäng war natürlich mit am Start. Viele bekannte Gesichter, ausgelassenes Jubilieren und gut aufgelegte DJs, die gut auflegten. Welch ein Spaß! Direkt nach Betreten begrüßte ich Falk, der mir im Suff doppelt so groß vorkam wie in den Mixery-Videos, dann ging es erst mal nach hinten in den Chillout-Bereich. Dort trafen wir dann jemanden von 16Bars.de, wurden Selcuk von Ayranmaiden vorgestellt, sowie Gambai und dessen Gossip-Atze. Alles sehr nette Menschen, aber ich glaube, dass ich nur Unfug geredet habe. Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht mehr. Ich weiß noch, dass Gambais Homie aus Berlin nur Juelz und Camron feiert und sämtliche Gerüchte aus dem Berliner Hip Hop Zirkus kennt. Hab ich natürlich gleich getestet. Ach ja, angeblich hatte er auch Klamotten von Dennis Lisk an. Währenddessen hüpfte Curse an der Bar auf den Schultern von irgendjemandem rum und freute sich. Der Lange hat die Maschine natürlich erst mal ganz normal runtergefahren: „Ey dieser Curse, der ist ganz schön aggressiv!“ „Hey was, meinst du etwa mich?“ Konnte ja keiner ahnen, dass da Junggesellenabend gefeiert wurde. Nach längerem Businesstalk mit dem guten DJ D-Fekt, ging es auf die Tanzfläche zu einem ganz normalen Abriss mit den Schwänzengängern und einem ordentlich motivierten Choleriker im Unterhemd. Als Craft dann „Ice Ice Baby“ und „Can`t touch this“ reinknallte, sind alle durchgedreht. Ganz normal. Ich glaube, ich habe viele Menschen angerempelt und mit Bier benetzt. Ich glaube es, ich weiß es nicht mehr. Tut mir trotzdem sehr leid. Was ich noch weiß, ist das ich irgendwann rattendicht mit blutigem Mittelfinger aus dem Zelt gestolpert bin. Was auch immer das bedeuten soll. Ach ja, der Goon-Preis des Abends geht definitiv an Snuff Pro, die mal wieder die miesesten Module von allen dabei hatten. I Love College!
4.Ach ja, Acts gab es ja auch noch…!
Um es gleich mal vorwegzunehmen: ich habe leider ein paar sehr gute Acts verpasst. Das lag einerseits an den ärgerlichen Überschneidungen und andererseits an der allgemeinen Camping-Trägheit. Panzer fasste das am letzten Abend sehr treffend zusammen, als er sich wünschte, dass alle Acts einfach absagen würden und er damit kein schlechtes Gewissen zu haben bräuchte. Egal, die Auftritte die ich gesehen habe waren allesamt spitze. Die Detroiter Rabauken haben bspw. ordentlich Lärm gemacht und ich bin seit Black Milks Auftritt noch fester davon überzeugt, dass der völlig unterschätzt wird. Der müsste eigentlich viel größer sein! The Streets war sehr bewegend. Einerseits weil man sich gut dazu bewegen konnte und andererseits weil es einfach sehr bewegend ist, wenn man im Regen „Dry Your Eyes“ vorgespielt bekommt. Klingt jetzt kitschig und unmännlich, ist aber einfach mal so gewesen. Geheult hab ich natürlich trotzdem nicht, bin ja hart wie Stahlbeton. In Frankfurt. Und Umgebung. La Coka Nostra war ebenfalls wunderbar. Auch wenn ich mich ein wenig über die fehlenden Accessoires, sprich Hämmer, Macheten und Motorsägen, geärgert habe. Grüße an die junge Dame, die mich bei „Jump Around“ zum Mithüpfen animieren wollte. Du bist ein Toy! Talib war in Ordnung, mehr auch nicht. Der Sound war mies und irgendwie war ich nicht in Stimmung. Schade. Morlockk und Hiob haben den Strand ordentlich abgerissen. Da hätten aber ruhig noch ein paar mehr apokalyptische Jünger erscheinen können. Das Acapella war außerordentlich dope und ich hoffe das es viele Myspace-Rapper zum vorzeitigen Ruhestand animiert hat. Wen haben wir denn noch so gesehen? Ach ja, Red und Mef. War auch cool. Stank zwar überall nach Kifferei und der Typ neben mir hat geschlafen und ist dadurch zweimal eine Reihe nach unten gestürzt, aber sonst ganz gutes Rap-Handwerk von den netten Onkels. Die Beleidiger waren erwartungsgemäß äußerst unterhaltsam. Sogar Sylabil Spill hat mir extrem gut gefallen, auf jeden Fall viel besser als bei seinem Auftritt in Leipzig. Großes Kino und lautes Mitgegröhle bei der Cora E-Line. Wirklich? Ja! Die Jungs von Hip Hop Don`t Stop haben ebenfalls ordentlich Stimmung im Zelt gemacht. Ich war auf jeden Fall sehr überrascht, dass da Tracks von Mims und diversen Dirty Sauf Moisen gespielt wurden. Die Rucksack-Fraktion vor mir fand es auch nicht lustig. Nicht gesehen habe ich leider Ronny Trettmann, Casper und Dizzie. Ärgerlich. Nächstes Mal!
5.WANTED: Der italienische Norweger!
Das Splash! ist ein Fest der Liebe und der Harmonie. Wie ein dreitägiges Kaas-Konzert. Soviel habe ich verstanden und auch akzeptiert. Aber es gab einen Menschen, der das anders sah und es uns auch auf Teufel komm raus beweisen wollte. Die Rede ist vom Norweger (der keiner war). Und das war so: Samstag früh lag ich rattendicht und durchnässt in meinem Zelt, immer noch geplättet von The Streets und dem grandiosen Hip Hop Don’t Stop Special, und versuchte zu schlafen. Gerade als ich es geschafft hatte, wurde ich durch laute Gespräche geweckt. Farid Ständer und Panzer hatten den Zeltkreis betreten und chillten noch eine Runde mit der Wackern-Nachbarin und Nils. Ich wurde komischerweise wach und schickte ein paar unverständliche Flüche nach draußen. Natürlich ohne damit einen Effekt zu erzielen. Irgendwie bin ich dann doch wieder eingeschlafen, als plötzlich ein Höllengeschrei losbrach. Der Norweger (der keiner war) stürzte wutentbrannt aus seinem Zelt und schrie die morgendliche Talkrunde auf Englisch an. Seine Hauptaussagen-und Forderungen: Sofortige Einstellung der Gespräche, er ist hier zum Arbeiten, er will schlafen, er haut allen auf die Fresse. Ich saß augenblicklich aufrecht in meinem Schlafsack, Adrenalin durchströmte meinen müden, vergifteten Körper und ich war bereit rauszuspringen. Obwohl ich kein Wort sagte, haute er plötzlich auf mein Zelt und meinte, dass ich auch die Klappe halten soll. Okaaay. Farid Ständer redete währenddessen auf ihn ein und gab ihm (recht monoton) Paroli. Durch meine Trunkenheit klang es jedenfalls sehr nach Hengzt-Englisch. „No no, it´s a festival. No sleep. It`s normal“. Der Norweger akzeptierte diese Erklärungsansätze natürlich nicht und drohte weiter Gewalt an. Irgendwann wurde es ruhig und er zog murmelnd ab. Was war passiert? Panzer, der komatös in seinem Stuhl hing, wurde wohl noch umgeworfen, aber dann stand Nils auf. Nils war ca. 2 Meter groß, wog 200 Kilo und hatte Hände wie Baggerschaufeln. Gäbe es die Terror Squad auch in Deutschland, dann wäre er definitiv Mitglied. Der Legende nach baute er sich in Zeitlupe vor dem krakeelenden Schwachkopf auf und verdunkelte für einen Moment die Morgensonne. Dann war Ruhe. Ich versuchte wieder einzuschlafen, aber der Wärmezyklus meines Schlafsacks war hinüber. Irgendwann schaffte ich es dann aber, nur um wieder durch Lärm und Geschrei geweckt zu werden. Der Norweger lief ganz offensichtlich mit einem Topf durch den Zeltkreis, klapperte lautstark damit und schrie „Wake up, it´s a festival. No sleep!“ Tja, mit den eigenen Waffen.. Dann taggte er noch Panzers Stuhl mit dem Wort Toy voll, drohte Billy, der im Auto schlief, die Scheiben zu zerkratzen und verschwand wieder. Außer mir ist natürlich wieder niemand wach geworden. Irgendjemand erzählte später, dass der Norweger eigentlich Italiener war. Ist mir aber gleich, ob er lieber Pasta oder Kjottkaker isst, tot ist er so oder so!
6.Du bist was du isst!
Ernährungstechnisch sind Festivals in der Regel weder besonders vitaminreich noch ausgeglichen. Sprich: Deine Mutter würde dir erst den Hintern versohlen, wenn sie wüsste was du da in dich reinstopfst und dir dann doch besorgt einen Apfel reichen. Aber so ist das nun mal, man ist ja nicht gekommen um Haute Cuisine zu genießen. Dank Donnis Gaskocher gab es jedenfalls tonnenweise Fünf-Minuten-Terrinen und Nudelgerichte aus der Dose. Dazu Wurst, Brot, Kekse und Red Bull und alles war geritzt. Um ein wenig Abwechslung reinzubringen, wurde ab und zu auch mal (mehr oder weniger) Essbares auf dem Gelände erworben. Die Pizzataschen waren der Gäng-interne Favorit. Ein Gedicht! Die Burger, die u.a. von einem nervös-grinsenden Junkie verkauft wurden, waren auch lecker, aber definitiv zu teuer. Der absolute Über-Geheimtipp war allerdings der afrikanisch-karibische Imbiss am Anfang der Fressmeile. Was der gute Mann da morgens um 4 gezaubert hat, war nicht nur sehr schmackhaft und günstig, sondern auch allerfeinste Unterhaltung. Auf jeden Fall unterhaltsamer als so mancher Reggae-Rapper. Nach Donnis erstem Testlauf, der überaus erfolgreich verlief, begleiteten Panzer und ich ihn beim zweiten Mal. Das Prinzip war folgendes: Du gibst soviel Geld wie du eben hast oder geben willst und bekommst dafür irgendwas Entsprechendes. Es gab diverse Fleischsorten, frittiertes Gemüse, Salat und einige andere Dinge, die uns (noch) nicht so geläufig waren. Und jeweils großzügige Portionen für wenig Geld, da konnte man genau gar nichts falsch machen. Es sei denn natürlich man heißt Ulf und isst am liebsten Deutschländer, dann klappt das nicht. Den wirklichen Eventgastronomie-Charakter machte allerdings die unkonventionelle Arbeitsweise des Verkäufers aus. Er brauchte für einen Teller mindestens fünf Minuten, da er im Zelt umher tänzelte, jeden Deckel anhob, sekundenlang verharrte und überlegte, nur um dann blitzartig die verschiedensten Dinge zusammen zu werfen. Herrlich! Am Ende kam sogar noch V-Mann und tat es uns gleich. Aber da hatte Panzer schon die Zutaten, die er nicht kannte, zurück in den Topf geworfen. Später fragte er noch die verängstigten Menschen im Bio-Crêpes-Stand, ob es denn „Hartewurst“ gäbe. Als sie verneinten, brachte er die Theke mit einem kräftigen Handschlag zum Wackeln und überlegte laut, ob er den Wagen bis zum Zelt ziehen sollte. Schmecken lassen!
7.Du bist was du trägst!
Klamotten sind unwichtig. Das sagt Professor Prinz Porno im aktuellen Splash!Mag-Interview und das scheinen einige Splash-Besucher ähnlich gesehen zu haben. Ich war jedenfalls überrascht, wie viele Hip Hop Menschen noch ihre traditionelle Kluft tragen. Der Anteil der Leggins+Hemd+Hipsterfresse –Fraktion war eher gering. Hatte ich nicht erwartet. Dafür gab es wie gesagt noch sehr viele, die in überweiten Illmatic-Baggys und zu kurzen Riesenlogo-Hoodys über das Gelände watschelten. Schön. Verdammt, es gab sogar noch den ein oder anderen 9XL-Dipset-Gewandträger, so das man sich fühlte, als wäre man im Jahre 2004 gelandet. Cheeeaah! Stark vertreten waren auch die ATZNMSK-Fans, die sich besonders atzig kleideten und gaben. Was auch immer das im Detail auch heißen mag. Schön war jetzt das irgendwie auch nicht. Am besten gefallen haben mir da die fantasievollen Kostüme so mancher Besucher. Einer ging als Kuh verkleidet, ein anderer als Altenpfleger. Ach nee, das war ja Reggae Säm. Ich bin jedenfalls mal gespannt, in welche Richtung es sich nächstes Jahr bewegen wird. Eng? Weit? Bunt? Grau? Für diese Trendanalyse stellen wir sie nun zu unserem Modeexperten Professor Prinz Porno durch, dem bekennenden Sneakerfreaker und ehemaligen Yamamoto-Model…!
8.Fremde werden Freunde!
Das Gute an Festivals ist das man seine zivilisatorische Schutzhülle abstreifen und in das Kostüm des „Ich quatsch jeden voll“-Typs schlüpfen kann. Herrlich! Aber dadurch entstehen halt auch, wie ihr alle selber wisst, die besten Dialoge und interessante Bekanntschaften. Einen sehr bleibenden Eindruck hinterließen bspw. besagter Nils und sein Kumpel, die wohl irgendwie mit David Luther, dem Manager von Laas Unltd., angereist waren und zwei Tage in unserem Zeltkreis verbrachten. Dabei kam es auch zu einem völlig übermotivierten Schaukampf der beiden, der mit einer Schelle begann und u.a. auf Panzers Motorhaube ausgetragen wurde. Die Delle beulte sich zum Glück recht schnell wieder aus. Skurril! Sehr stark war auch mein Interview mit Geronimo aka SMG (Self Made Genius!). Wie es dazu kam? Während der Hip Hop Don`t Stop Show sah ich hinter uns einen cripwalkenden Harry Potter-Verschnitt mit Zopf, der völlig alleine am Start zu sein schien. Ich begrüßte ihn mit den Worten „Ich feier deinen Swagger komplett!“ Er verstand nichts und lächelte ängstlich. Draußen chillten wir ein bisschen mit ihm und ich interviewte ihn spontan mit Handykamera. Es war köstlich! Sein erster Auftritt war auf einem französischen Yogafestival und er rappt meistens auf Englisch (Kostprobe inklusive!). Großen Respekt auch an die Wiener aus dem Bus, die auf meine „Wien West“-Rufe artig mit „Aggro Wien“ antworteten. Spitze. Und schließlich noch die Jungs und Mädels von Nine Hillz Clothing aus Chemnitz, die sich Sonntag früh noch zwei Stunden von mir und meiner betrunkenen Nervigkeit bespaßen lassen mussten. Ihr wart großartig! Alle!
9.Ordner ordnen die Ordnung ordentlich! Ok?
Ich habe während des gesamten Festivals nur liebe Studenten und ältere Herrschaften in farbigen Westen gesehen und nicht einen einzigen Security-Mutanten. Das fand ich sehr sympathisch. Nichtsdestotrotz gab es die ein oder andere „Situation“. Eine spielte sich am Haupteingang ab und war äußerst skurril. Im Eingang neben mir wurde ein Typ nicht durchgelassen, weil er ein Thor Steinar(!) Portemonnaie dabei hatte. Also mal ganz davon abgesehen, dass man als vernünftiger, halbwegs gebildeter Mensch nichts bei dieser hängen gebliebenen Wurstfirma kauft (nein, nicht mal Portemonnaies!) ist es auch nicht besonders clever damit bei einem Hip Hop Festival rum zu wedeln, geschweige denn am Einlass zu selbigem. Trotz seiner Beteuerungen musste er es ausleeren und wegwerfen. Zur selben Zeit wurde ich abgetastet und dabei wurde mein Leatherman entdeckt. Den hatte ich überhaupt nur für Campingzwecke mit und dann vergessen abzulegen. „Aha, wasn das?“ „Äh..Zigaretten!?“ „Nee, das sind keine Zigaretten..“ „Ja ok, das ist mein Leatherman!“ „Leatherman? Cool! Kannst weiter gehen“. Ja, so war das. Ich war also auf dem Gelände und in Besitz einer tödlichen Waffe. Zum Glück bin ich nicht Osama, der hätte das sicher schamlos ausgenutzt. Eine weitere Begebenheit ergab sich beim samstagabendlichen Bierdosentransport durch den VIP-Eingang. Der Ordner, Typ Soziologiestudent mit Hang zur Kaulquappenzucht, wollte mich nicht durchlassen, weil ich eine offene Dose mit mir führte. „Damit kann ich dich nicht rein lassen!“ „Ach komm, das ging doch die letzten Tage auch immer“ „Tut mir leid, aber das geht nicht“ „Aber das ist doch VIP!“ Da schaltete sich sein Kollege ein: „Bild dir da mal nichts drauf ein. Hier ist doch jeder VIP!“ Arrgh, wo war mein Leatherman als ich ihn brauchte? Letztlich einigten wir uns darauf, dass ich jetzt einfach durch gehen würde und basta. Tony D-Style! Die letzte „Situation“ erlebten Farid Ständer und Panzer, als sie zu Jedi Mind Tricks ins Zelt wollten (No Homo) und der Ordner ihnen mitteilte, dass er keinen mehr rein lassen dürfte. Panzer erklärte ihm dann ganz gelassen, dass er Künstler sei und schon mal rein müsse, wegen seinem Auftritt nachher. Der Ordner war sichtlich beeindruckt, machte völlig übermotiviert Handshake mit Panzer und ließ die beiden passieren. FAIL!
10.Was macht eigentlich…!
Ein Hip Hop DJ auf dem Splash? Er zieht sich rosa Leggins an und geht zum Feiern ins Electro-Zelt! Spaß beiseite, liebe Leser, aber es ist schon etwas Wahres dran. Electro hat Reggae als Zweit-Zugpferd auf dem Splash abgelöst. Darüber waren einige schon im Vorfeld erfreut, dazu zähle ich mich, andere jedoch weniger. Und ich kann die Nörgler in gewisser Hinsicht auch verstehen.Wenn man nun mal absolut nichts mit Boys Noize (dessen Set im Übrigen phänomenal scheiße war!) und Konsorten anfangen kann, dann war es ab einer bestimmten Uhrzeit durchaus schwierig geeignete Alternativen zu finden. Allerdings gab es diese, bspw. Hip Hop Don`t Stop und DJ Vadim Set, auch wenn es vielleicht nicht gereicht hat für all die Traditionalisten. Interessanterweise lief im VIP-Zelt, zumindest wenn ich da war, nur Rap und nie Electro. Was sagt uns das? Der Pöbel soll sich Pillen schmeißen und der Adel boombappt sich durch die Classics!

PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!
PPS: Wir sehen uns 2010!
PPPS: Die nächste „richtige“ Sonntagskolumne kommt wieder! Bestimmt!
Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de
Coming Soon: Splash x Spezial x Sonntagskolumne

“Die Drei vonne Splash-VIP-Bushaltestelle“
Hoffentlich bis (ausnahmsweise mal) Mitte nächster Woche. Früher wird es wohl nichts, da bis Montag eine Hausarbeit stehen muss. Freut euch schon mal drauf und schmelzt dahin, liebe Leser!
Alibi Kolumne – Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten – „Von Doktorspielchen und Spaßbremsen – I used to get it in [insert your village here]!“
A&R Jean-Pierre: Glaub mir Rudi, der Casper wird so richtig mördermäßig durchstarten.
Manager Rudi: Jaja, wenn wir es richtig anstellen, dann wird er der deutsche..äh..Eminem. Ja, genau!
A&R Jean-Pierre: Naja, wohl eher ein Eminem mit Skateboard. Und schwarzen Haaren. Und..
Manager Rudi (unterbricht): Jaja, habs ja verstanden. Also gut, dann wird er eben der deutsche, rappende Tony Hawk. Mit schwarzen Haaren. Und Scheitel. Zufrieden?
A&R Jean-Pierre: Hm, ich würde eher sagen, die nachdenkliche Rap-Version von…
Ohrenbetäubender Lärm. Die beiden Sony-Mitarbeiter sind so ins Gespräch vertieft, dass sie mit ihrem Cinquecento aus Versehen das Düsseldorfer Stadteingangsschild rammen.
Manager Rudi: Hm, ärgerlich. Der war nur geliehen. Da wird der Vorschuss, den wir Casper anbieten werden, wohl etwas schmaler ausfallen. Egal, los jetzt!
Zwei Stunden später betreten sie die Geschäftsräume des Labels und stellen verwundert fest, dass Casper nicht anwesend ist.
Slick (leicht verärgert): Na ihr zwei Kobolde, reichlich spät seid ihr dran!
A&R Jean-Pierre versteckt sich ängstlich hinter Manager Rudi, als sich der Labelchef zu voller Größe aufbaut.
Manager Rudi (wagemutig): Ganz locker bleiben, du weiß doch wie das ist. Es gibt immer Business zu erledigen…..stimmt`s?
Slick (amüsiert): Jaja, stimmt schon. Also was wollt ihr denn jetzt eigentlich genau?
Manager Rudi: Naja, eigentlich wollten wir den Casper…äh…also wir…ist er denn nicht da?
Slick (wütend): ICH STELLE HIER DIE FRAGEN, DU AMATEUR!
A&R Jean-Pierre fängt an zu weinen.
Manager Rudi: Gut, dann lassen wir die Katze aus dem Sack. Wir wollten ihn zu Sony holen!
Slick (verschmitzt): Weiß ich doch. Deshalb ist er auch nicht hier. Aber dafür ein paar Freunde von mir. (Zeigt auf eine Gruppe muskulöser Gewalttäter, die aus dem Schrank springen) Das sind alles Mitglieder einer serbischen Kampfsportvereinigung. Und ein Metzger ist auch dabei. Haha. (Zieht einen Säbel aus der Hosentasche) AUF SIE!
Ende
2.Off The Wall!
Fangen wir mal so an: Dieser Tage über Michael Jackson zu schreiben ist weder besonders originell, noch wirklich sinnvoll, denn es hat sowieso jeder seine eigene Meinung zu diesem Menschen. Dennoch will ich nicht darauf verzichten. Über ihn als Person wurde ja schon zur Genüge berichtet und spekuliert, das lassen wir mal weg. Ich will nur kurz ein paar Worte über sein 1979er Album „Off The Wall“ verlieren, da mich dieses sehr früh sehr intensiv geprägt hat. Meine Mutter hat mir dieses Album, aus bis heute unerfindlichen Gründen, auf Kassette zu Weihnachten geschenkt. Das muss so 1991/92 gewesen sein. Es war mein erster bewusster Kontakt mit afroamerikanischer Musik. Nicht das ich darauf als kleiner Junge sonderlich geachtet hätte, aber es klang eben schon anders als Udo Lindenberg oder Gerhard Schöne. Ich habe diese Kassette vom ersten Moment an geliebt. Allein die Art und Weise wie „Don’t Stop ‘Til You Get Enough“ einsetzt, hat mich fasziniert. Wie er da erst flüstert und dann plötzlich mit dem Einsetzen des Beats total laut und hoch singt…Wahnsinn! Hätte ich damals schon Zugang zu Musikfernsehen gehabt, dann wäre ich heute mit Sicherheit der slickste Tänzer der westlichen Hemisphäre. Ich habe das damals instinktiv gespürt, wie man sich dazu bewegen müsste, aber leider wusste ich nicht wie. Der Rest des Albums steht dem jedenfalls in nichts nach und deshalb hör ich an dieser Stelle auch wieder auf. Ach ja, die Hülle habe ich bis heute noch, nur die Kassette fehlt leider. R.I.P. und Dankeschön an den Helden meiner Kindheit!
3.Politics as (un-)usual!
Endlich. Endlich hat sich mal ein Vertreter des Hip Hop Kulturkreises ein Herz gefasst und sich dem Themenkomplex Palästina/Israel auf intelligente und reflektierte Art und Weise angenommen. Die Rede ist von dem kürzlich via rap.de veröffentlichten Zweiteiler zum Thema „Juden und Araber in Berlin“. Moderiert und erklärt wird das ganze natürlich von Staiger, neben Falk wahrscheinlich der einzige der die nötige Kompetenz besitzt, um so etwas zu machen. Ich will hier nicht den Inhalt wiedergeben, das würde dem Format auch nicht gerecht werden, deshalb schaut es euch einfach mal HIER an. Ich will jedoch ein paar Sachen anmerken bzw. einige Eindrücke mit euch teilen. Grundsätzlich ist es natürlich sehr gewagt, ein so komplexes und konfliktbeladenes Thema in zwei relativ kurzen Beiträgen abzuarbeiten. Das es dennoch sehr gut funktioniert, liegt einerseits an den klug gewählten Interviewpartnern, die von halbstarken Nackenklatschern über sehr reflektierende Musikproduzenten bis hin zu politischen Aktivisten eine sehr große Bandbreite abdeckten, und andererseits an der Annahme, das sich Interessierte sicherlich über diese Beiträge hinaus informieren werden. Fragen kostet ja im Übrigen auch nicht mehr so viel. Bleibt noch zu hoffen das diese Reihe fortgesetzt wird, d.h. das man evtl. in einem Jahr oder nach der nächsten politischen Entscheidung die selben Menschen noch einmal befragt. Würde mich auf jeden Fall interessieren und zwar nicht nur weil ich Halb-Palästinenser bin, sondern auch weil ich der Meinung bin, dass die Thematisierung in einem solchen Format und für diese Zielgruppe längst überfällig gewesen ist. Kudos, Herr Staiger!
4.Return of the Schlaubergerz!
Und wieder ein unheimlicher Fall von „Ich wünsche mir etwas und tataaa…es passiert“, der aber leider wieder keiner ist, da die Kolumne (noch) nicht den gewünschten Einfluss auf die Psyche der Menschheit besitzt. Wird noch! Die Rede ist jedenfalls von Max Herre, der tatsächlich an einem neuen Album zu arbeiten scheint, welches, wie ebenfalls von mir gefordert, nahtlos an den Vorgänger anknüpfen soll. Wir dürfen gespannt sein, ob er noch genügend Hunger und Relevanz besitzt. By the way, wie entwickeln sich eigentlich so die Grundstückspreise in Mitte? Ein anderer Protagonist aus der, in vielerlei Hinsicht, goldenen Ära des deutschen Raps, ist Dendemann und der kommt wohl auch wieder. Vorerst „nur“ auf die Bühne des Hurricane-Festivals, aber vielleicht kann ja der ein oder andere zwischen den Zeilen dieses Interviews lesen bzw. lauschen und weitere Hinweise für ein mögliches Comeback des Wahl-Hamburgers erkennen. Dazu muss ich sagen, dass ich „Gefährliches Halbwissen“ sehr geliebt habe und sämtlichen Nachfolgern genau gar nichts mehr abgewinnen konnte. Leider. Verstärkt wurde dies auch durch einen Konzertbesuch vor drei Jahren, bei dem Dende Tracks aus seinem neuen Album performte. Die Crowd bestand zu 95% aus Studenten-Studenten, ya dig? Das wir selbst mir als Student zu studentisch. Dende ratterte also seine neuen Lieder runter, die ich allesamt langweilig fand und nebenbei wurde noch über Gangsterrapper gelästert, was Meute natürlich super fand. Opferz!
5.Money Is A Major Issue…immer noch!
Zuerst die guten Nachrichten: Nas macht wieder Musik. Und zwar zusammen mit Damian Marley. Für mich als Reggae-Überfan sind das natürlich Über-News und ich freu mich auch überirdisch. Egal, Hauptsache er macht wieder Musik. An der privaten Front, die uns eigentlich nichts angeht, aber über die ich trotzdem schreibe, sieht es ja mehr als finster aus. Seine zukünftige Ex Kelis steht ja nun kurz vor der Geburt ihres gemeinsamen Kindes und offensichtlich sind die monetären Verhältnisse mehr als unklar. Will heißen: Kelis ist pleite und Nas nicht. Er hat ja schon mehrmals angekündigt, dass er ihr so wenig wie möglich zukommen lassen will, was sie wiederrum gerichtlich angefochten hatte. Kurz vor der Geburt wohlgemerkt, eine Zeit in der man ja sowieso nichts Besseres zu tun hat und überhaupt keine Ruhe braucht. Aber Nasty Nas bleibt stur. Patchwork wird das wohl eher nicht. Viel besser geht es schon dem ewig untalentierten und irrelevanten Plies. Bei einem Auftritt schmiss er letztens ganz locker 50.000 $ in die Crowd. Natürlich sind alle ausgerastet und haben sich benommen wie…ja so wie man sich eben benimmt, wenn über einem Hunderte von Scheinen herab segeln. Kennt man ja, oder? Ob es sich dabei um echtes Geld gehandelt hat, ist nicht bekannt, allerdings darf man anhand seiner bescheidenen Erfölgchen den einen oder anderen Zweifel an der monetären Authentizität hegen. Ganz unabhängig davon, ist es natürlich auch moralisch mehr als fragwürdig, wenn man mitten in einer Rezession seinen (eventuellen) Reichtum derart ekelhaft und als Charity Event getarnt zur Schau trägt. FAIL!
6.Party`s over, tell the rest of the crew!
Dieses Jahr wird es keine PopKomm geben. Ja doch, das ist leider die traurige Wahrheit. Ich weiß, wie sehr ihr euch auf diesen Event der Spitzenklasse gefreut habt. So sehr, dass ihr das Geld für die Hinfahrt und den Eintritt gespart habt, bspw. durch den Verzicht auf Splashtickets und feste Nahrung, nur um einmal mit dabei gewesen zu sein, bei Dieter Gornys Industriefete. Der Grund für die diesjährige Absage sind natürlich die sinkenden Verkaufszahlen. Um dem mit neuen, alternativen Vertriebswegen und Geschäftsmodellen entgegenzutreten, könnte man sich natürlich trotzdem treffen. Nein, man müsste es eigentlich tun. Gerade in diesen Zeiten sollten sich die Labels, vor allem die großen, Gedanken über so etwas machen. Stattdessen wird die Messe abgesagt, aus Geldgründen, allerdings mit dem Verweis auf das nächste Jahr, denn da käme sie ja wieder. Fragt sich nur, wie Gorny und Konsorten darauf kommen. Was ist denn nächstes Jahr? Gibt es dann kein Internet mehr? Werden dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Anlass, Millionen umgesetzt? Wir dürfen gespannt sein und können unser gespartes Geld für andere Dinge ausgeben. Danke, Dieter. PS: Wir sehen uns beim Splash!
7.Gnarls Ailton geht ganz genau NIRGENDWO hin!
Ich habe mich beim letzten Mal wohl nicht deutlich genug ausgedrückt, denn noch immer rappt dieser pseudo-nerdige Harlemese über Nichtigkeiten und noch immer gibt es Menschen, die sich das freiwillig anhören und sogar für gut befinden (Shoutout an Stephan O.) Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Kasperletheater jedoch als der Junge allen Ernstes verkündete, er wolle Dilla (R.I.P.) in den Credits erwähnen und ihm irgendwelche inspirierenden Kräfte zuschreiben. Das ganze hatte er so formuliert, dass es auch missverständlich als Beleg für eine mögliche Kollaboration der beiden hätte auslegen können. Das ist natürlich Unsinn, immerhin habe die beiden nie zusammen gearbeitet und es darf auch, wie dies kürzlich SV-Rapper T3 in einem Interview getan hat, stark bezweifelt werden, ob dies überhaupt jemals möglich gewesen wäre. Immerhin war Dilla ein Beat-Gott und Gnarls ist…eben Gnarls. Das hätte nicht gepasst. Nach heftigen Protesten, u.a. von Ma Dukes, nahm der kleine Mr. Ailton den Unfug wieder aus den Credits und ward nicht mehr gesehen. Eigentlich hätte dieser Tage ja sein Debüt über den Teuf..äh Interscope erscheinen sollen, aber irgendwas scheint da wohl schiefgelaufen zu sein. Karma ist ne Schlampe!
8.Murder they wrote!
So, jetzt sind sie weg. Für eine lange Zeit. Ruhe im Karton. Die Rede ist von den beiden New Yoker Rappern Max B. und Tru Life. Ersterer wurde ja schon vor einer Weile verurteilt und Tru Life zieht jetzt nach. Bei beiden war es jeweils kein Handtaschenraub oder Geldfälschung mit dem Kopierer, sondern Mord. Beim frechen Max kommen da allerdings noch Raub und Kidnapping dazu, was das ganze auch nicht besser macht. Jimmy wird es sicher freuen, immerhin hatte sich sein alter Kumpane und Hook-Ghostwriter zu einem veritablen Gegener entwickelt. Das die Straßen des Großen Apfels dabei die ganze Zeit auf Biggavelis Seite standen, ist kein Geheimnis. Das dies für Mr. Jones ein ernst zunehmendes Problem darstellt, auch nicht. Er muss jetzt natürlich mal anfangen einen neuen Deppen zu finden, der ihm Hits schreibt, denn alleine schafft er es nicht (mehr). Oder hat sich irgendjemand hier „Pray IV Reign“ angetan? Tru Lifes ewiger Urlaub dürfte höchstens Jigga ärgern. Immerhin war er ein veritabler Roc-Fußsoldat. Da wird er sich sicher gleich den Memphis zur Brust genommen haben, um diesem noch mal die wichtigste Regel einzuschärfen: Straße war gestern-Schreibtisch ist heute!
9.Mission Hip Hop!
Letztens bekam unser Institut Besuch von zwei Hip Hop Künstlern aus den US of A. Das ganze fand im Rahmen der Hip Hop Awareness Week statt, welche das Battle of the East thematisch umschließt. Klischees galt es dabei sehr schnell abzubauen, denn der eine Künstler war weiß, spielte Gitarre und singsang-rappte sich die Seele aus dem Leib und der andere Gast war ein indisch-stämmiger, Spoken Word Künstler und politischer Aktivist. Also nix mit Dipset und Young Money. Schade. Aber dann auch wieder nicht, denn beide waren äußerst interessante Persönlichkeiten und waren in dem was sie machten absolut überzeugend. Sehr gute und abseitige Musik. Vormittags performten sie in der Vorlesung und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter hielt einen erstaunlich kompetenten Vortrag über Hip Hop und seine Entstehung. Als „The Message“ ertönte, stand der langhaarige Metal-Fan aus der letzten Reihe demonstrativ auf und verließ den Saal. Köstlich. Abends gab es dann noch eine Roundtable Discussion zum Theme „Obama & Hip Hop“, die ich co-moderierte und die mir ebenfalls sehr viel Spaß machte. Auf die bunten, schwachsinnigen Seitenarme des Hip Hops will ich trotzdem nicht (mehr) verzichten, aber solche Ausflüge zum Kern der Sache können ab und an doch sehr hilfreich und befreiend sein. Das klingt sehr esoterisch und wahrscheinlich ist es das auch. Deeper than Rap!
10.Was macht eigentlich…!
Lady Bitch Ray? Um die angehende Doktorandin (oder ist sie das jetzt mittlerweile schon?) ist es verdammt ruhig geworden. Eigentlich hätte man erwarten können, dass sie ihren medialen Hype ausnutzt, um irgendein überaus provokantes Album auf den Markt zu werfen. Spätestens nach ihren Auftritten bei Frau Maischberger und bei den Herren Schmidt und Pocher kannte sie jeder. Und jeder hatte seine spezielle Meinung zu ihr, wobei ich den Eindruck hatte, dass viele von ihrer offensichtlichen „Ich rapp immer übers Ficken, aber ich mach trotzdem meinen Doktor“-Strategie, die wohl gleichzeitig auch als Selbstschutz dienen sollte, gelangweilt waren. Und musikalisch konnte sie auch nie das Level einer (jungen) Lil Kim oder Nicki Minaj erreichen. Viel Lärm um nichts und nebenbei noch Disstracks gegen Savas und Melbeatz, die ebenfalls keiner so recht einzuordnen wusste. Ein kurzweiliges und teilweise recht amüsantes Medienphänomen, für wesentlich mehr hat es dann wohl doch nicht gereicht. A. Schwarzer for the win!
Danke fürs Lesen!

In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und tragt mal wieder eine Ziege beim Motorradfahren…so wie dieser Backpacker!
HellsZiegenGäng, Bitches!
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PPS: Übrigens: Rap geht so und so !
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