
“Die Drei vonne Splash-VIP-Bushaltestelle“
Hoffentlich bis (ausnahmsweise mal) Mitte nächster Woche. Früher wird es wohl nichts, da bis Montag eine Hausarbeit stehen muss. Freut euch schon mal drauf und schmelzt dahin, liebe Leser!

“Die Drei vonne Splash-VIP-Bushaltestelle“
Hoffentlich bis (ausnahmsweise mal) Mitte nächster Woche. Früher wird es wohl nichts, da bis Montag eine Hausarbeit stehen muss. Freut euch schon mal drauf und schmelzt dahin, liebe Leser!
„Von Verräterschaweinen und Lippenbären – Jetzt trinken wir Schampus wenn wir durstig sind!“
1. ARGE-Gesprächsprotokolle Pt.2 – B-Tight!
B-Tight sitzt seiner ARGE-Beraterin in einem Ledertanga gegenüber.
Beraterin: So Herr..(Papierrascheln)..wie war der Name doch gleich?
B-Tight: Ich binnnnns. B-Tight, der geile Ne-
Beraterin (unterbricht): Äh ja, also Herr Teit, sie sind ebenfalls von der Schließung ihres alten Arbeitgebers Aggro Berlin betroffen?
B-Tight: Ja, leider. Aber dafür bin ich sexy. Außerdem darf ich Fler managen und kann über Sektenmuzik releasen!
Beraterin (lächelt mitleidig): Aber Herr Teit, wir wollen für sie doch lieber eine..äh..richtige Arbeit suchen, oder?
B-Tight (lächelt schmierig): Baby, Arbeit is eh nix für Bobby den Schlangenmann. Ich bin lieber nackt und zieh mir was rein. Haste nich auch ma Bock?
Beraterin (errötet): Also wirklich, Herr Teit. Jetzt hören sie aber mal damit auf. Schauen wir doch mal lieber, ob wir hier was für sie finden. Ich geb mal „sexy“, „Schlange“ und „nackt“ in die Suchmaske ein, ok?
Auf der Suchmaske erscheint nach wenigen Sekunden ein Treffer.
Beraterin: Sooo, Herr Teit. Da haben wir doch was für sie.
B-Tight: Irrtum, Baby! Ich hab hier was für dich. Ich bin der geile Ne-
Beraterin (unterbricht): Jaja, also hier hätten wir eine Stelle als Barkeeper im „Conscious Rap Café“. Seltsam, aber naja. Wäre das was für sie?
B-Tight (säuselnd): Meinetwegen! Und wäre ich was für sie? Hm? Komm schon, Schla-
Beraterin: RAUS!
2. Omnipräsenz in Sultan-Moll!
Ich freu mich schon, dass bei Erscheinen dieser Kolumne, Hengzts „neues“ Album endlich draußen ist. Warum? Weil dann ENDLICH sein Interview-Marathon aufhört und weil sich die Hip Hop Journaille dann wieder anderen Rappern zuwenden kann, um diesen immer die gleichen Fragen zu stellen. Jetzt mal im Ernst, muss ich in jedem Magazin (schließt die Katalogmagazine mit ein) und Videointerview exakt die gleichen Fragen und Antworten hören und lesen? Ich müsste es nicht, aber leider habe ich die Angewohnheit mir immer alles durchzulesen und anzugucken. Selber schuld? Vielleicht, aber ein wenig mehr Kreativität wäre schön. Allein diese ganze Murderbass-Seifenoper war irgendwann nur noch nervig und nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Sie sind kein Label, schon gar nicht seines, aber trotzdem ist er da für fünf Alben gesignt? Und was sind das überhaupt für Menschen, die eigene Videos löschen und ihren Protagonisten im Dunkeln tappen lassen wie Silent Hill Spieler? Ach ja, dann wäre da ja noch die Olli Banjo-Sache. Bin mal gespannt, ob da was zurückkommt. Sportlich natürlich. Beim Sparring oder so!
3. Die Eminem Story: Gefangen in der Zeitschleife!
Nach Eminems überaus unkreativer und Fremdscham-verursachenden Promi-Bashing-Single, erschien kürzlich der nächste Streich aus der Shady Anstalt. Diesem Video merkt man ebenfalls in keinem Moment an, dass der Protagonist im Oktober dieses Jahres 37 wird. Und was passiert da schon? Er rennt im Wald rum, badet in Blut, überfällt eine Krankenschwester und nimmt Tabletten. Gähn. Ach so, das soll eine Metapher für sein vergangenes, finsteres Seelenleben sein, voll von Drogen, Schmerz und Angst? Trotzdem Gähn! Nicht nur, weil er das alles schon mehr als einmal gemacht hat, sondern auch weil es so uninspiriert wirkt. Dasselbe gilt leider auch für die geleakten Tracks, die täglich auftauchen. Und was soll dieser schwachsinnige Akzent auf einmal? Hat ihm das Bizarre empfohlen? Oder irgendein anderer großartiger Shady-Künstler? Ich wette, dass es in seiner nächsten Single um seine Mutter geht oder um seine Tochter oder um Drogen oder um seine Ex oder noch mal um Promis oder um seine Mutter oder… Es scheint kein Ausweg in Sicht! Was mich bei all dem allerdings am meisten verwundert, ist das treudoofe Fantum das so viele an den Tag legen. Jeder neue Track wird frenetisch gefeiert und für ein sicheres Anzeichen eines wiedererstarkten Eminems gesehen. Ich bitte euch, „Crack A Bottle“ war allenfalls solide, aber doch kein Hit. DAS war ein Hit!
PS: Ich habe Em übrigens gestern einen Brief geschrieben. Mein Hund hat sich für ein Konzert extra die Haare blond gefärbt und er hat ihn komplett ignoriert. Jetzt werde ich wohl meine Nachbarin in den Kofferraum sperren müssen. Euer Stan.
4. Reich und Schw..äh..Schön!
Das sich das Cash Money Vater/Sohn-Gespann gerne mal Küsschen auf den Mund gibt, ist ja allgemein bekannt. Spätestens seit dem berühmten Beweisfoto. Warum sie dies praktizieren, erklärte Weezy damals in dem für ihn üblichen, unverständlichen, Gebrabbel, mit Mafia und Ehrenkodex und anderen Schwachsinnigkeiten. Sorry, aber bei Goddfellas haben sich nie Männer gegenseitig auf den Mund geküsst. Ist ja auch egal, schließlich leben wir im 21. Jahrhundert, da darf (theoretisch) jeder jeden küssen. Aber für viele ist das Thema scheinbar noch nicht gegessen und so wurde letztens wieder Papa Birdman zu dem Thema befragt. Er verstand den Trubel überhaupt nicht und erklärte, dass er seinen kleinen Wayne eben küsst, wenn er dazu Lust hat. Stani! In einem anderen Interview ging es um die ständigen, meist mehr oder weniger subtilen Attacken von Fiffys Seite gegen seinen Adoptivsohn. Baby entgegnete völlig ungerührt, dass ihnen das komplett am Cash Money-Arsch vorbeigehen würde, schließlich hätten sie Geld. Er faselt dann noch was von Inseln und Flugzeugen und von einem neuen 100 Mio. $ Vertrag. Bei allem Angebertalk, der sich in Rapperkreisen ja immer noch allergrößter Beliebtheit erfreut, kann man all das getrost glauben. Wie er selbst sagt, keiner verdient mehr an den eigenen CD-Verkäufen als die Quatschköpfe mit dem Dollar-Logo. Der richtige Deal, zu richtigen Zeit. So einfach geht das. Dumm sie sind nicht, junge Jedis!
5. Was Rezession? Gage her, Alte!
Man sollte meinen, dass wenn Jigga auf einem Kamel in die Stadt geritten kommt, alle durchdrehen und den Konzertsaal stürmen. Gutes Geschäft für den Jiggamann, gutes Geschäft für den Veranstalter. Ein erstaunliches Beispiel aus den US of A bewies aber kürzlich das Gegenteil. Es ist doch tatsächlich möglich Riesenverluste einzufahren, obwohl man Jay-Z gebucht hat. Oder vielleicht gerade deshalb? Schauen wir uns den Fall mal an. In Arizona wollte eine Studentenorganisation die größte Party des Jahrtausends steigen lassen und buchte zu diesem Zweck den Roccer und Kelly Clarkson. Man rechnete sich aus, durch Ticket- und Merchandiseverkäufe, die enormen Kosten wieder rein zu bekommen und noch etwas Gewinn zu machen. Vielleicht auch viel Gewinn. Wissen wir nicht. Jay wurde also ein Jahr vorher gebucht, bekam seine Gage von sagenhaften 715.000 $ überwiesen und dann wartete man auf den großen Run. Am Ende wurden gerade mal 6100 Tickets verkauft. Der Rest der Halle wurde durch Promo-Aktionen, Verlosungen und Gästeliste gefüllt. Immerhin 5400 Tickets, für welche die Veranstalter kein Geld sahen. Die Einnahmen beliefen sich letztlich auf magere 500.000 $ und standen Gesamtkosten von insgesamt 1,4 Mio. $ gegenüber. Was tun? Selbstmord? Flucht? Unzurechnungsfähigkeit vortäuschen? Alkoholsucht? Die Organisation hat zum Glück ein Notfallpolster und verständnisvolle Sponsoren. Ein Schuldiger wurde übrigens auch schnell gefunden: Die Wirtschaftskrise. Ach so, ich dachte schon diese fiese Schweinegrippe! Das Low-Budget Line-Up für 2010 dürfte dann wohl aus Ja Rule, MC Hammer und 2pac bestehen. Die kosten nämlich alle gleich viel: Nirrrchts!
6. Rödelheim Returns!
Moses P will wieder zurückkommen. So viel steht fest. Auf der Homepage seines Labels 3P läuft seit geraumer Zeit ein Countdown, der wohl am 26. Mai endet. Über das was dann passiert, kann man nur spekulieren. Den Hintergrund allerdings füllt ein S/W-Foto des Rödelheim Hartreim Projekts. Für die jüngeren Leser sei festgehalten, dass das ein extrem erfolgreiches Bandprojekt von Moses und Thomas Hofmann war. „Höha, Schnella, Weita“ fand ich damals ziemlich cool. So cool, dass ich als Elfjähriger vor dem Spiegel rumhampelte und versuchte alles mit zu rappen. Bedeutet das Foto also genau das-ein Comeback von RHP? Viele Alternativen gibt es ja eigentlich auch nicht. Sabrina Setlur wird wohl kaum ein weiteres, verzweifeltes Comeback versuchen, Illz macht Comedy, Cassandra Stehen ist solo unterwegs und UnterWortverdacht sind..äh wer? Ein dritter Teil seiner „Geteiltes Leid“-Serie könnte es auch sein, aber das würde das Foto nicht erklären. Lassen wir uns also überraschen, was der Onkel da in gut zwei Wochen aus dem Hut zaubern wird. Frei nach Seppo: Moses Pelham, ihr Nullen!
7. Irgendwann kommt alles raus…pfui!
Rick Ross ist der neue Cürbis Cekzun. Zumindest wenn es um Erwähnungen in dieser Kolumne geht, da liegt der dicke Rick weit vorn. Aus der Ecke kommen aber auch wirklich immer wieder die absurdesten Geschichten. Sein Album würde ich da nicht mit einschließen, immerhin ist es (wider aller Erwartung) richtig gut geworden und bietet wenig Platz für Späßchen. Sein reales Leben schon. Da wäre zum einen das Geständnis, dass er (Achtung: Bei niedriger Hemmschwelle und/oder ausgeprägter bildlicher Vorstellungskraft-nirrrcht weiterlesen!) beim Korpulieren meistens eine seiner 2250$(!) teuren Sonnenbrillen aufbehält. Und warum macht er das? Weil er eh immer eine aufhat! Und warum hat er immer eine auf? Weil er, laut eigener Aussage, so schöne Augenlider hat und nicht will das die jeder sieht! Und warum soll die nicht jeder sehen? Weil er so schüchtern ist! Frage: Warum zeigt er dann immer seine tätowierte Wampe? Seiner Credibility schadet das alles schon lange nicht mehr, schließlich hat die sich in Luft aufgelöst. Und falls nicht, dann doch spätestens seit kürzlich herauskam, dass sein eigener Anwalt einen Polizisten beauftragt hat, Rickys angebliche Gangzugehörigkeit und Dealerkarriere zu untersuchen. Ergebnis: Nada, Señor. Welch Überraschung…!
8. Snitch: Schaweine und Diamanten!
Kennt ihr (noch) Alfamega? Der Muskel hinter T.I.`s Grand Hustle Weedcarriertruppe, der irgendwie immer aussah wie ein irre grinsender Hulk auf Steroiden, hat T.I. schwer verärgert. Die Enthüllungsspezialisten von Smoking Gun hatten vor einigen Tagen Dokumente veröffentlicht, die eindeutig belegen, dass T.I.`s Hustle Muscle mal ein Informant gewesen ist. Huiuiui. Bei Tip dürfte diese Nachricht wie eine übel riechende Eierbombe eingeschlagen sein. Immerhin muss er für ein Jahr ins Gefängnis, weil er seinen Bodyguard, der gleichzeitig ein Informant war, dazu beauftragt hatte, einen illegalen Waffenkauf zu tätigen. Alfamega wurde in den Neunzigern ebenfalls wegen einer Waffensache hochgenommen, seine Strafe wurde allerdings stark verkürzt, da er gegen einen Heroindealer aussagte. Sowas nennt man in Amerika Snitchen und Cam`ron wäre die Hutschnur geplatzt, wenn es einer seiner Weedcarrier gewesen wäre. Interessanterweise hat T.I. seinen Security-Mitarbeiter/Rapper gleich rausgeworfen. Dabei weiß bis heute kein Mensch, wie T.I. bzw. seine Anwälte es hinbekommen haben, seine Haftstrafe auf ein paar Monate zu reduzieren. Alfamega steht jetzt jedenfalls ziemlich allein da und wird sich totärgern über die vertane Chance. Schade eigentlich, denn ich erinnere mich noch gern an diese Award-Verleihung, bei der er auf Shawty Lo`s Crew losgegangen ist und selbst von mehreren Polizisten und Pfefferspray kaum gebändigt werden konnte. Und selbst da lachte er noch vergnügt. The irony of life!
9. Stift und Bildschirmpunkt!
Ein Cover kann eine Kaufentscheidung beeinflussen. Natürlich nicht, wenn es sich um die neue CD deines Lieblingsrappers handelt, denn die kaufst du dir ja auch so. Stimmts? Aber gerade für unentschiedene Spontankäufer, die keine Rap-Nerds sind, sondern einfach mal was Verrücktes ausprobieren wollen, kann dies das entscheidende Argument sein. Wie sieht das Cover aus? Welche Aussage soll es transportieren? Ist der Rapper hässlich? Eine Firma, die sich mit diesem Thema seit vielen, vielen Jahren auseinandersetzt, ist Pen & Pixel aus Houston, TX. Die Jungs sind für einige der schlimmsten Cover der Rapgeschichte verantwortlich. Obwohl nein, eigentlich sind es die schlimmsten Cover der gesamten Musikgeschichte (lässt man mal einige ältere Heino-Platten außen vor). Als ich noch jünger war, störte mich das ungemein. Ich wurde richtiggehend aggressiv, wenn ich eines dieser wahnwitzigen Bling-Cover aus dem Hause No Limit sah. Das sah alles so billig aus und unrealistisch war es selbstverständlich auch. Es war also fake und damit ungenießbar. Jetzt liebe ich diese Cover. Beim Anblick eines bewaffneten, mit Ketten behangenen Hampelmanns, der umgeben von weißen Tigern und halbnackten Grazien, auf einem goldenen Panzer steht, geht mir einfach das Herz auf. Die Krönung sind dann die Rappernamen. DJ Squeeky, Herschelwood Hardheadz, Dat Boy Grace (Ist Grace nicht eigentlich ein Frauenname?). Aber auch die Albentitel und Labelnamen sind ungemein erheiternd. „Frustrated by Death“ steht da auf einem Cover. Und ich dachte, man stirbt nur einmal. Köstlich. Den Kollegen spit.tv und Jan Wehn ergeht es übrigens ähnlich, dem schaurig-schönen Spektakel kann sich scheinbar keiner entziehen. HIER gibt es übrigens eine äußerst aufschlussreiche Doku über die Pen & Pixel Alleskönner und HIER könnt ihr euch 460(!) Cover reinziehen. Enjoy!
10. Was macht eigentlich…!
Beanie Sigel? Phillys Bürgermeister findet im aktuellen Tagesgeschehen (aka Blogs, Twitter, Magazine etc.) nicht mehr statt. Und das schon seit fast einem Jahr. Eigentlich schade, denn der Mann kann rappen und zwar besser als die meisten dieser sog. „Streetrapper“, die sich an den Ecken dieser Welt stapeln. Zugegeben, die Beatauswahl auf seinen Solo-Alben war immer recht durchwachsen, aber im richtigen Moment und mit der richtigen musikalischen Begleitung entstanden wahre Monster. „Feel It in the Air“ ist so ein Monster. Meine Güte, den Song kann ich mir nach vier Jahren immer noch geben und bekomme eine Gänsehaut. Caspers Remix war und ist übrigens der einzig legitime! Leider war der dicke Siruptrinker immer in irgendwelche Schießereien, Räubereien und andere Unsportlichkeiten verwickelt, trotz seiner bequemen Position als Jiggas „Lieblingsatze-falls-Memphis-mal-verhindert-sein-sollte“. Nach seinem letzten Album, welches ich mir übrigens gekauft habe obwohl es nicht besonders gut ist, wurde es dann schlagartig still um ihn. Angeblich soll er jetzt im Süden wohnen und da irgendwas machen. Irgendwie auch nachvollziehbar, denn nachdem Jigga sein Label und auch sein Umfeld radikal gestutzt hatte und State Property jetzt wohl (leider) endgültig Geschichte sind, hatte er offensichtlich nicht mehr allzu viele Anknüpfungspunkte. Echt schade, echt jetzt!
Danke fürs Lesen!

In diesem Sinne-chillt mal wieder all-fitted-out mit dem gefährlichsten Gangsterrapper der Welt…so wie Master P und Lil`Romeo! GaylbeBananenGäng, Bitches!
PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!
PPS: Unser guter Lunatronic, u.a. Grafiker der Schwänzengäng, veröffentlicht ab jetzt regelmäßig auf den Schwänzengäng Blogs seine „Diggin The Crates – Weisst du noch wie es früher war?“-Kolumne. CH-CHECK IT OUT!
PPPS: Wie wahnsinnig gut wäre eigentlich eine Ryan Leslie/Colin Munroe-Kollabo? Sehr!
Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de
„Von Dummschwätzern und Großspendern – Im Brotregal eingeschlafen!“
1. ARGE-Gesprächsprotokolle Pt.1 – Tony D!
Tony D sitzt seiner ARGE-Beraterin in einem feuerfesten Camouflage-Kampfanzug gegenüber. Auf seinem Schoß ruht eine Axt.
Beraterin: So Herr..äh..D? Ist das ihr Nachname?
Tony: JAAAAAAA!
Beraterin (erschrocken): Bitte schreien sie nicht so. Ich mach hier auch nur meinen Job!
Tony: JOB! TOP! POP! COP!
Beraterin: Aha. Gut. Also sie suchen eine neue Arbeit, da ihr alter Betrieb..(blättert in ihren Unterlagen)..äh..ah ja..ihr alter Betrieb Aggro Berlin geschlossen wurde, richtig?
Tony: JAAAAAAAA!
Beraterin (genervt): Herr D, bitte schreien sie mich nicht an. Wir tun was wir können. In welcher Branche würden sie denn gerne wieder arbeiten?
Tony: TOTALSCHADEN!
Beraterin: Aha. Na das ist doch schon mal was. Ein Abrissunternehmen soll es also sein. Da schau ich doch gleich mal nach (bedient ihren PC) Da hätten wir doch gleich mal was.
Tony: SPITZE! HITZE! RITZE! ZITZE!
Beraterin: Ich bitte sie. Wir sind hier nicht im Ghetto! Also die Ferchichi Abriss & Sanierung GbR stellt noch ein. Sie könnten gleich morgen anfangen. Wäre das was für sie?
Tony: JAAAAAAA! HAB AUCH AXT! (wedelt glücklich mit der Axt rum)
Beraterin: Gut, Herr D. Dann leite ich alles weitere in die Wege. Glückwunsch!
Tony: DANKE! TANKE! RANKE! SCHLANKE!
Beraterin (verstört): Äh ja, ebenfalls.
2. Labels : Von Anfang bis Ende und zurück!
In Deutschland gibt es ja bekanntlich mehr Rapper mit „eigenem Label“, die sich selbstverständlich der kompletten Game-Übernahme verschrieben haben, als potentielle Kunden. Warum? Weil es so einfach ist. Beispiel? Ich gründe JETZT ein Label. So jetzt hab ich auch eins. Ich nenne es „Fuckerz Rap Killaz Rekorrdz“. Morgen mach ich eine Myspace-Labelseite, spamme tausende Profile voll mit meinem potthässlichen Banner und signe online ein, zwei andere Rapper, die das Wort Gangsta in ihrem Namen haben. Die Compilation gibt’s übrigens auch bald und wird alles zerfikkkkken! Nun ja, zum Glück gibt es auch noch ein paar (wenige) richtige Labels, mit real existierenden Artists, greifbarem Output und eingetragenem Namen. Aber auch die nehmen ab. Nach der letztjährigen Schließungswelle, geht es dieses Jahr (bekanntermaßen) weiter. Nach Aggro scheint es nun auch ersguterjunge zu treffen. Jedenfalls verlassen die Künstler einer nach dem anderen das Boot. Den Kapitän dürfte es nicht stören, schließlich hat er seine Brötchen schon lange gebacken. Und mit leckeren Aufstrichen versehen. Und dann in Dahlem geparkt. Da wohnt übrigens auch meine Tante. Bei all dem Trara werden leider Labels wie bspw. SpokenView, die unter dem Bravo-Radar laufen, gerne mal übersehen. Dabei haben die Berliner ein sehr interessantes Roster, mit Damion Davis sogar einen kleinen Star und sich erst kürzlich die Dienste der Endzeit-Heroen Morlockk Dilemma und Hiob gesichert. Läuft doch!
3. Was kostet die Welt?
Immer noch recht viel, trotz Wirtschaftskrise und allgemeinem Werteverfall. Selbiges gilt übrigens auch für die Musikindustrie, eine Branche, die seit Jahrtausenden über sinkende Verkaufszahlen jammert. Das keiner mehr CDs kauft, weiß jeder. Das digitale Verkäufe das (noch) nicht ausgleichen können, ebenfalls. Aber das Vinyl-Verkäufe plötzlich wieder anziehen, Best Buy aus den USA nimmt es sogar wieder ins Sortiment, ist erstaunlich. Noch viel erstaunlicher sind jedoch die Zahlen, die einem um den Kopf geschmissen werden, sobald es um einige der ganz Großen der Branche geht. Cürbis Cekzun ist zweifellos einer von ihnen und verdient sich bekanntermaßen dumm und dämlich. Allerdings schon lange nicht mehr an Musik, immerhin verkauft er nicht mehr so gut wie früher und außerdem will Jimmy Iovine auch immer ein großes Stück vom Cürbis-Kuchen. Trotzdem soll ihm Live Nation gerüchteweise 100 Mio. $ geboten haben, um sich seine Dienste für fünf Alben zu sichern. Die Einnahmen aus allen Touren, von ihnen geplant, würden damit auch an sie fließen. Wir erinnern uns, das sind dieselben Scheinewerfer die sich auch schon Madonna und Jigga gekrallt haben. Wie sich das rentieren soll, ist mir schleierhaft. Aber ist ja auch (noch) nicht offiziell. Ein paar Treppenstufen weiter unten, genauer gesagt im Fahrradkeller, befindet sich Scott Storch, der Ex-Roots-Keyboarder und „Super-Produzent“. Dieser Idiot, man kann es nicht anders sagen, hat es doch tatsächlich geschafft, in den letzten drei Jahren 30 Mio. $ zu verpulvern. Im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich hat er sich das weiße Zeug reingeballert als hätte er eine Flatrate bei Jeezy. Ein paar Villen und Gallardos waren wohl auch dabei. Jetzt ist er pleite, in der Entzugsklinik und sieht immer noch scheiße aus. Guter Deal!
4. Akte 09´s Privatfehde Pt.2!
Ulrich Meyer und seine Akte-„Reporter“ haben einen Narren an Bushido gefressen. Nachdem sie schon einmal über ihn berichtet hatten, folgte nun der zweite Teil. Beim ersten Mal wurden sie ja vor seiner Haustür bedroht und angefasst. Dabei wollten sie nur bisschen was filmen und..äh..ja was wollten sie gleich noch mal? Egal, Hauptsache Meyer kann seinen typischen „Jetzt aber mal ganz ernst hier“-Blick aufsetzen und Ängste schüren. Der Reiche mit dem komischen Namen, der macht die Kinder böse, der verdient mit schlimmen Texten viel Geld, der ist brutal und ungebildet usw. Im zweiten Teil wird es nicht besser. Es geht dabei um Bushidos Bekannten, derselbe der auch Detlef Soost nackengeklatscht hat, und das dieser einem Partygast mit einem Faustschlag den Schädel eingehauen hat. Die „Reporter“ befragen dazu sogar den zuständigen Mediziner. Das ist alles nicht schön und erst recht nicht entschuldbar. Aber die Art und Weise wie Meyer und seine „Reporter“ versuchen, anhand dieses Vorfalls zu beweisen, Bushido sei ein von Kriminellen umgebener Krimineller ohne jeden Sinn für Moral und Recht, wirkt unseriös und hetzerisch. Zumal sie keinen stichhaltigen Beweis vorlegen. Natürlich hört man viel über seine Verbindung zu dieser Familie, aber solange er sich nicht strafbar macht, ist das sein gutes Recht. Und wie steht es eigentlich um die Moral des Privatsenders Sat.1? Wie war das damals mit der Schreinemakers? Mit der Rüge von der Medienaufsicht? Mit den diesjährigen Mitarbeiterstreiks? Und wie steht es um unseren Studienabbrechers Ulrich Meyer? Der hat natürlich eine weiße Weste. Schneeweiß!
5. Redeverbot! Jetzt!
In letzter Zeit melden sich immer öfter Leute zu Wort, die eigentlich kein Recht dazu haben. Aber wer bestimmt das schon? Zum Glück keiner, denn sonst hätte ich weniger Schreibstoff! Die Dozenten von dieser Woche haben sich alle zum Thema „Rap heute, im Vergleich zu früher“ geäußert und sind Mack Daddy (Ex-Kriss Kross) und Bow Bow (Ex-Lil`). Also alles Leute, die auch mal ungefragt ihren Senf dazugeben können, ganz einfach weil sie Legenden sind. Mack Daddy, dem wegen einer Krankheit die Haare ausfallen, gab kürzlich in einem einschläfernd langweiligen Video zu Protokoll, dass Rap nicht mehr dasselbe sei wie früher. Angeblich wäre jetzt alles zu seicht und belanglos. Stimmt, der 92er-Hit „Jump“ behandelte ja auf wirklich eindringliche Weise das Problem der nomadisierenden Massai- Stämme Kenias. Aber er hat jetzt sein eigenes Label (Überraschung!) und will noch mal richtig durchstarten. Wollen wir ihn wecken? Näääh! Bow Wow hingegen ist Realist. Er hat endlich verstanden, dass er nicht rappen kann und das ihn niemand hören will. Also hängt er konsequenterweise das Mikro an den Nagel. Gut so, in Hollywood gibt’s eh mehr Kohle. Aber natürlich ließ er es sich nicht nehmen, einen ähnlichen Kommentar abzulassen. Dabei zitierte er sogar noch Nas und holte den Totschlaghammer aus dem Keller. Jaja, geh runter und spiel mit deinen Autos. Bengel!
6. Ich mach jetzt so Filme und so…!
Das Rapper sich auch als Schauspieler betätigen können, ist keine Neuigkeit. In den US of A wird dies schon seit vielen Jahren von den unterschiedlichsten Künstlern praktiziert. Einen Oscar konnte bisher noch keiner verbuchen, nicht mal ansatzweise. Aber einige gute Rollen waren schon dabei und was nicht ist, kann ja noch werden. In Deutschland war das bisher eine Ausnahme. Außer dem gnadenlos schlechten Hip Hop Tatort, sowie dem exzellenten „Wholetrain“, ist da noch nicht viel passiert. Das soll sich jetzt ändern. Im kürzlich angelaufenen Kinofilm „Kopf oder Zahl“ spielen, neben unsympathischen Knalltüten wie Heinz Hoenig, Claude-Oliver Rudolph und Martin Semmelrogge, auch Leute wie Harris, Afrob und Tyron Ricketts mit. Hat den schon jemand gesehen? Besonders viel darf man wohl nicht erwarten, obwohl die Los Banditos Jungs ja eigentlich sehr gute Bilder erzeugen können. Ihr Musikvideo-Katalog spricht da für sich. Dann gibt es ja bald Bushidos Film, immerhin (wie von mir vorausgesagt!) mit Bernd Eichinger an Bord. Und sogar Massiv verriet kürzlich, dass er was in diese Richtung plane. Na dann. PS: Checkt mal den Film „Geschwister – Kardesler“ (1998), da spielt ein nicht ganz unbekannter King of Rap mit!
7. Kamikaze, nazi, nazi, copy, papi?!
Diese Line von Juelz habe ich schon einmal zitiert, ich weiß. Aber die ist einfach so gut und wahr und weise, dass ich sie am liebsten ständig bei mir hätte. Vielleicht ersetze ich einfach mein gesamtes Vokabular durch diese eine Line aus Harlem. Ein paar Häuserblöcke weiter residieren die Damen und Herren des berühmten VIBE-Magazins. Das XXL-Magazin sitzt sicher auch irgendwo da in der Nähe. Und jetzt wird es spannend. Einige von euch dürften ja mittlerweile wissen, wer Elliott Wilson ist. Für die Unwissenden: Hip Hop Journalistenlegende, ehemaliger Chefredakteur des XXL Magazins, Source-Königsmörder und jetzt Betreiber von Global Grind. Seine Frau hingegen ist (immer noch) Chefredakteurin bei besagtem Vibe Magazine. Ein echtes Powerpärchen, selbst noch nach Wilsons Rausflug beim XXL Magazin. Besagte Dame bestimmt jedenfalls regelmäßig die Auswahl für das Cover. Wer kommt drauf? Wer nicht? Interessant wird es natürlich, sobald es um die Gründe geht. Auf der aktuellen Ausgabe ist ja Eminem (bekannt durch seinen Hit „My Name Is“) und zeigt noch immer kein Anzeichen von Bartwuchs. Egal. Viel wichtiger ist doch, dass Robin Thicke vor einer Weile das Cover verwehrt blieb, mit der simplen Begründung, dass er ja weiß wäre. Ohne darauf näher eingehen zu wollen, schließlich ist das ein heikles Thema und ich will meine Werbekunden nicht verschrecken, hätte ich einfach nur gern Thickes Gesicht gesehen, beim Anblick des Covers. Vielleicht nehmen sie ihn ja wenn er rot ist?
8. Blaupause, die Dritte!
Shawn Carter, der Über-Rapper und regulierende Endgegner für JEDEN da draußen der es wirklich wissen will, kommt bald mit dem dritten Blueprint um die Ecke. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht. Gleichzeitig. Gut ist einfach nur, dass er mal wieder was auf Albumlänge macht und dazu scheinbar keinen Film braucht, um sein Leben dann zwanghaft in dessen Handlung zu pressen und auf seichte Beats zu vertonen. Schlecht ist nur, und das ist jetzt natürlich Meckern auf sehr hohem Niveau, das der erste Blueprint so überirdisch und unwiederholbar gut war, dass die reelle Gefahr besteht, das der dritte Teil das gleiche Schicksal wie der Zweite erleidet. Die Zweiten sollte ich wohl eher sagen. Ach ja, „Kingdom Come“ war auch Murks. Basta! Wie könnte man ein solches Dilemma verhindern? Indem man sich fähige Leute an Bord holt. Einer von ihnen ist der von mir sehr geschätzte No.I.D., seines Zeichens Beatschmied aus Chi-Town, Yoda von Kanye und Produzent des hervorragenden „Accept Your Own and Be Yourself (The Black Album)“ von 1997. Auschecken! Er hat jedenfalls in einem Interview verkünden lassen, dass Blueprint Número Tres so klingen wird Kanyes Herzschmerz-Autotune-Abfahrt. Hm, wie soll das gehen? Laut No.I.D. wird es „mehr nach Hip Hop klingen“ und keinen Autotune-Rap beinhalten. Klingt kryptisch, ist aber so!
9. Big Deals…kinda
The Clipse sind schon außergewöhnlich coole Hunde. Muss man mal so festhalten. Warum die zwei Thornton Brüder es nie geschafft haben, so richtig durchzustarten weiß irgendwie niemand. Die Schaweine von JIVE dürften allerdings ihren Teil dazu beigetragen haben. Egal, die Jungs kennen Pharrell seit 93, demzufolge dürften sie ihre Schäfchen im Trockenen haben. Trockenschnee, that is! Wie um diese These zu bestätigen, lud Malice letztens einen sog. Vlog auf seiner neuen Seite hoch und präsentiert uns dort seinen Alltag. Man sieht ihn beim Pfannkuchen backen, beim Chillen vor seiner Villa und schließlich beim Golfen. Am Ende kündigt er noch ein Buch an. Nett und harmlos. Einige interpretieren das als geschickten, strategischen Move, mit dem sich The Clipse von ihrem Ex-Manager distanzieren wollen. Anthony “Geezy” Gonzalez wurde letztens, wegen dem Vorwurf einen 10 Mio. $ Drogenring geleitet zu haben, angeklagt. Als einschlägig bekannter Nachtclubbesitzer stehen seine Chancen wohl eher schlecht. Ob die Thorntons involviert waren, also über das „drüber rappen“ hinaus, ist nicht bekannt. Allerdings enthält die Anklageschrift einige Passagen, die genau darauf hindeuten. Mal schauen. Vielleicht hat Donni, ohne es zu wissen, dabei geholfen Drogengeld zu waschen, als er sein Play Cloths Shirt erwarb. Man weiß es nicht!
10. Was macht eigentlich…!
Bahar? Die Spendenkönigin des deutschen Raps, die mit ihrer äußerst ungewöhnlichen Aktion, Cashflow zu generieren versuchte, lässt sich für ihr epochales und fremdfinanziertes Comeback sehr viel Zeit. Dem Kleingedruckten der Spenden-Website kann man entnehmen, dass es wohl am 1. September dieses Jahres erscheinen wird. Sollte dies nicht geschehen, bekommen alle ihr Geld wieder. Immerhin 4500 Euronen! Denn eigentlich, so steht es zumindest in den AGBs, ist es gar keine Spende, sondern eine Schenkung. Auch egal, denn sie scheint mit dem Geld, welches für die Promo des Albums verwendet werden soll, nichts zu machen. Oder habt ihr schon was davon mitbekommen? Na gut, es gab diese sonntäglichen Video-Offenbarungen in denen Bahar total spannende Insider-Stories aus dem Berliner Rap-Alltag preisgab. War sterbenslangweilig bis unfreiwillig komisch, wissen wir alle. Aber immerhin sah der potentielle „Anleger“ (ohne jegliche Aussicht auf Rendite) das etwas mit seinem Geld geschah. Inzwischen hört und sieht man gar nichts mehr von der Dame und viele Geldgeber stellen sich inzwischen dieselbe Frage: Wurden wir betrogen? Lehmann Brothers 2.0? Wir werden sehen…!
Danke fürs Lesen!
PS: Hier geht’s zum Kolumnenarchiv!
PPS: In zwei Tagen kommt der echte Rick Ross aus dem Knast. Oh-oh (Teletubbiestimme)!
PPPS: Fringe Beste! Riiight?
Kritik bitte an: wzeut9mnc74hd@kLoä+=js.de

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