Das Interview mit den beiden Leipzigern Seize & Pierre ist jetzt endlich online. Ich habe ihnen einige Fragen zu ihrem neuen Album “Home” gestellt und das Ergebnis sollte man sich definitiv mal anschauen. Ach ja die CD auch gleich bestellen und dann ist alles paletti!
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Unterm Radar Pt.1: Seize`n`Pierre – Home

The Art of Homecoming
Home is where the heart is, Home Sweet Home, My home is my castle…
Es gibt viele Möglichkeiten, dass eigene Zuhause zu beschreiben. Sie alle haben jedoch gemeinsam, dass man Home, das Zuhause, die Heimat, mit der eigenen Identität verbindet. Ein vertrautes und positives Gefühl. Seize, Produzent und Weltenbummler, hat zusammen mit dem Rapper Pierre ein Album aufgenommen, dass genau dieses Gefühl widerspiegeln soll. Einerseits reflektiert ihr Album „Home“ ihre persönliche Perspektive, andererseits bietet es aber auch genügend Projektionsflächen für eigene Erfahrungen. Besonders Lieder wie „Taxi Boris“, „Zeck“ und „Home“ zeichnen ein Bild von Heimat, dass nicht zwangsläufig für die geographische Heimat steht, sondern vielmehr das musikalische und geistige Zuhause der Protagonisten beschreibt.
Man könnte deshalb sagen, dass die beiden musikalisch in den Neunzigern wohnen. Man könnte aber auch sagen, dass sie zu der Zeit mit Rap in Verbindung kamen und es deshalb nur Sinn macht, die alten Geschichten aus dem Viertel von vergangenen Writer-Karrieren, ersten Drogenerlebnissen und herben, persönlichen Enttäuschungen entsprechend musikalisch umzusetzen.
Die Beats klingen trotzdem weder altbacken noch unangenehm auf Retro getrimmt, sondern fresh und detailverliebt. Hört man dem, von Seize in Szene gesetzten, roten Faden zu, versteht man warum immer mehr Künstler, u.a. aus dem Westcoast Untergrund, mit ihm zusammen arbeiten wollen. Die zumeist angenehm entspannte Instrumentalisierung wird ab und zu durch Synthies aufgebrochen, nur um sich dann wieder dem Gesamtbild zu fügen. Für heutige Verhältnisse fast schon revolutionär sind die thematischen Scratches von DJ Skala. Wer legt heutzutage noch Wert auf sowas?
Pierres Stil merkt man die jahrelange Erfahrung an, doch trotz aller technischer Versiertheit schafft er es seine bildhaften Texte völlig entspannt und unangestrengt zu transportieren. Unterstützung bekommt er hierbei von Da Finn und Mr. Lipster. Bleibt noch zu sagen, dass es manchmal einfach ein verdammt gutes Gefühl ist zu wissen, dass man nach jeder musikalischen Exkursion einen Platz hat an den man zurückkehren kann.
Fazit: Seize und Pierre sind, neben Morlockk Dilemma, das derzeit Beste aus östlichen Gefilden!





