Mit gerade einmal 15 Jahren veröffentlichte Fashawn sein erstes Lebenszeichen in Form des Mixtapes “Grizzly City”. Fünf Jahre und fünf Mixtapes später hat der Junge aus Kalifornien nun sein Debütalbum in den Startlöchern. Kein geringerer als DJ Exile Stand Fashawn produktionstechnisch zur Seite und so verwundert es nicht, dass die kürzlich erschienene LP “Boy Meets World” in einem Atemzug mit dem modernen Klassiker “Below The Heavens” von Exile und Blu genannt wird. Wer sich noch immer fragt, woher dieser Fashawn eigentlich genau kommt und wie er zu Exile kam, findet Antworten im folgenden Interview, das vor einigen Wochen entstand.
Der erste Song, den ich von dir hörte war “Streets Of Fresno”. Dein Rapstil erinnerte mich sofort an Rakim. War es deine Absicht, Rakim so Tribut zu zollen oder hat er dich einfach so stark beeinlusst?
Ich bin den Song so angegangen, wie ich es für richtig hielt. Es gibt es nicht viele MCs, die wie Rakim rappen können, also war ich einfach froh, dass ich es versuchen konnte und diese Resonanz bekam.
Welche MCs haben dich weiterhin beeinflusst?
Inspiriert wurde ich von Nas, C-Bo, Big L, 2 Pac, AZ oder Planet Asia. Als ich aufwuchs gab es so viele großartige Künstler, dass ich von überall her inspiriert wurde. Besonders die heutige Generation braucht echte Künstler, die sich hervortun.
Welcher Song gab bei dir die Initialzündung auch mit Rappen zu beginnen?
MC Hammer. (lacht). Zumindest war er die erste Person, die ich als Kind im TV hab rappen sehen und seither liebe ich HipHop.
Hatte Musik von der Ostküste einen starken Einfluss auf dich?
Ich bin einzig von guter Musik beeinflusst. Da ich aus Zentral-Kalifornien komme, haben wir viel Einfluss aus der Bay Area, aber auch aus LA. Also wuchs ich mit Hieroglyphics, Pharcyde, Dilated Peoples, aber auch mit Mac Dre, E40, Daz und Kurupt auf. Ich habe immer nur nach guter Musik gesucht, ganz gleich woher sie kam, es ging mir nur um die Qualität der Musik.
Hast du das Gefühl, dass deine jüngeren rappenden Kollegen, die wie du in den letzten 1-2 Jahren bekannt wurden, sich eher um Kleidung, als um die Kultur scheren?
Ich glaube diese Rapper suchen mehr als alle Anderen. Sie haben eine Leidenschaft für Musik und Kunst, doch sie suchen einen Weg, um sich vom Rest der Bande abzuheben. Klar gibt es welche, die meinen, die Klamotten die man trägt wären cool. Ich trage spezielle Brands, da diese Firmen meine Musik unterstützen und sich um mich kümmern. Ich trage nicht spezielle Marken, nur um ein Street-Wear-Groupie zu sein und viele dieser Rapper denken, dass die Klamottenmarke sie zu etwas macht. Letztlich geht es nicht darum was an dir ist, sondern was in dir ist!
Wie stehst du dazu, wenn Leute deinen Namen in Bezug zu Hipster-Rap nennen?
Es ist mir egal, wenn sie mich im Zusammenhang mit den Hipstern sehen, denn hauptsache mein Name wird genannt! Wenn sich die Leute meine Musik anhören, dann hören sie etwas komplett anderes im Vergleich zu Künstlern aus LA. Schließlich atmen, schlafen und denken wir anders in Fresno.
Der bekannteste MC aus Fresno ist Planet Asia. War er eine Art Mentor für dich?
Definitiv! Als erster überhaupt hat er mich mit auf Tour genommen. Er machte mich mit Evidence bekannt, der mich wiederum allen Leuten in LA vorstellte. Shouts an Planet Asia und Evidence, für mich zwei der besten Rapper überhaupt!
Wie kam dann die Connection zu DJ Exile?
Mein Manager kannte Exile noch von früher und er hat ihm ein paar Mixtape-Songs von mir geschickt, die er dann cool fand. Als ich seine Produktionen hörte, hat es mich enorm beeindruckt, wie er MCs Raum zum Entfalten gibt.
Was gab den Ausschlag, bei deinem Debütalbum “Boy Meets World”, ausschließlich auf Exile zu setzen?
Ich fühlte einfach, dass Exile der einzige Produzent ist, bei dem ich meine Lebensgeschichte offenbaren kann und das durchgängig. Er ist ein großartiger Produzent, doch er ist noch begnadeter darin, aus einem Künstler das Beste heraus zu kitzeln. Nicht MCs, ich meine Künstler. Ich hätte von all den Top-Produzenten Beats haben können, doch es wäre nicht die Einheit, die Exile letztlich kreierte.
Wie war die Arbeit mit Exile im Studio?
Exile ist sehr wählerisch. Sagen wir so, er ist ein Perfektionist. Weniger in Bezug auf einzelne Lines, sondern eher in Bezug auf den Vibe. Er fühlt, dass die Musik natürlich sein muss und drückt dies auch aus. Ganz gleich ob ich Beats picke oder er Ideen für Beats hat.
Welche Themen sprichst du auf dem Album denn an?
Ich spreche über mein Leben. Von den Problemen, die ich durchmachte oder die Andere hatten. Ich spreche von den Emotionen, die ich habe, wenn ich junge Leute ermutige noch größer und besser zu werden. Wahrhaft die Geschichte eines Jungen Mitten im Leben.
Viele der Künstler, mit denen du kollaborierst sind 10 – 15 Jahre älter als du. Gibt es oftmals eine “großer-Bruder-kleiner-Bruder”-Situation?
Manchmal, doch alle Künstler mit denen ich zusammen arbeite haben ein junges Herz. “Age is just a number”. Der einzige Unterschied ist, dass sie mich auf das, was kommen wird, vorbereiten.
Wie gehst du mit dem Hype um deine Person um?
Mich kümmert der Hype wenig. Es ist nur ein Hype bis das Album veröffentlicht ist. Ich bin mir sicher mit dieser Platte viele Fragen zu beantworten, die Leute vielleicht noch haben.
Fühlst du besonderen Druck im Zuge der Vorschusslorbeeren?
Ich habe den Hype um meine Person nicht gefordert, also kümmere ich mich wie gesagt auch wenig darum. Was mich wirklich krass geflasht hat, war auf Tour in Deutschland, als zwei Fans meine Songs kannten und mir in der ersten Reihe Support gaben. Dann dachte ich ‘Ok, es gibt Leute da draussen, die wirklich meine Musik hören.’
Manch einer vergleicht dich bereits mit Nas oder Prodigy…
Es ehrt mich sehr, wenn mich Leute mit Nas oder Prodigy vergleichen. Beide gehören zu den Größten. Ich spreche ab und an mit Prodigys Sohn, der mit Alchemist rumhängt, also hoffe ich eines Tages Prodigy zu treffen und mit ihm Musik zu machen, sofern er wieder draussen ist.
Auf der anderen Seite möchte ich einfach nur ich sein. Ich möchte Fashawn sein. Die Großen sind die Großen und keiner kann sie weiter schlagen. Es wird keinen zweiten Michael Jordan geben, oder Shaq oder Kobe oder Lebron James. Ich möchte einfach das Beste geben und hoffentlich wird eines Tages in der Zukunft gesagt werden, dass es keinen zweiten Fashawn, Prodigy oder Nas geben wird.
Auf einem deiner Mixtapes hast du über einen Song der englischen Electro-Pop Band The Ting Tings gerappt. Wie kam das zustande?
Wie ich Anfangs gesagt habe stehe ich nunmal auf gute Musik. Als mein Manager mir den Song zeigte, mochte ich den sofort. Ich bin ein großer Fan von Adele, Feist und Ratatat. Wenn ich etwas frisches Remixe, möchte ich einfach der Erste sein. Viel vom “One Shot One Kill”-Mixtape wurde 2007/2008 aufgenommen. Wenn ich Tapes mache, nehme ich sehr viele Songs auf und platziere sie einfach zusammen wie sie am besten klingen. Ich hatte Ratatat auf einem Mixtape, das ich Anfang 2007 aufnahm. Nun sprechen auch alle anderen über sie. Daher bin ich froh, dass ich nicht allen Anderen folge, sondern selbst wegweisend war.
Du hast bereits die kürzliche Europa-Tour gemeinsam mit Evidence angesprochen. War es dein erstes mal hier drüben? Wie war es für dich?
Ich liebe Europa. Deutschland war großartig. Die Fans haben mir viel Liebe entgegen gebracht und kannten meine Sachen. Und wenn sie sie nicht kannten, haben sie zumindest meine CDs gekauft und mich trotzdem unterstützt. Auch die Niederlande, Schweiz, Tschechien oder Italien waren großartig. Ich kann es kaum erwarten zurück zu kommen, denn Europa liebt HipHop wirklich.
Letzte Worte?
Danke an alle in Übersee, die mich supporten! Ich werde bald zurück sein und holt euch “Boy Meets World” ab 20. Oktober. Kauft euch ein Exemplar fürs Auto und eins zum Sammeln, denn es wird ein Classic!





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Es gibt noch guten Hip Hop im Jahre 2009, Fashawn ist das beste Beispiel dafür. Die Scheibe ist on Heavy Rotation bei mir!!